Freitag, 13. April 2012

Von E.T. und der verschwundenen Wäsche

Gestern hatte ich es ja nur zum Glück von sagenumfalteter Papierunterwäsche. Heute hingegen möchte ich gerne etwas tiefer und intensiver in den hauseigenen Waschvorgang unserer Waschmaschine eindringen. Wobei vordringen wahrscheinlich treffender wäre, wenn ich mir vorstellen soll, was eigentlich mit der Schmutzwäsche wirklich passiert.
Um auch gleich allen Kritikerinnen hier die Spülllauge aus dem Waschdrog zu pusten, in diesem Haus bin ich zum  Glück nicht für die Reinigung besagter Tageswäsche ect. zuständig. Höchstens Mal selbige kreativ auf eine Leine zu "installieren", oder den befüllten Wäschekorb in die 385. Etage unserer Stadtniederlassung hier zu befördern.
Ihr könnt euch garnicht das Chaos vorstellen, welches ich hinterlassen würde. Terminator  Teil 24 wäre dagegen nur wie ein billiger Werbespot für eine Walddorfkindertagesunterkunft.
Ich weiche jetzt zwar nicht auf, aber doch vom Thema ab. Also zurück zu unserer fast wichtigsten Hauseinrichtung hier, gleich neben der Kaffeemaschine. Wobei diese ja nicht einmal neben der WA steht. Egal.

In der Schweiz wird, wie vielleicht die meisten aus den angrenzenden "Anstösserländern" es noch garnicht wissen, nicht nur gewissenhaft Altlast von Neulast getrennt und entsorgt, sondern auch entsprechend die Schmutzwäsche aufs peinlichste aussortiert. Also in den meisten Fällen jedenfalls.Nicht um entsorgt zu werden, sondern um sie einem fach und sachgerechtem Reinigungsritual besagter Wascheinheit, kurz Waschmaschine beschimpft, zuzuführen.
Das ist manchmal garnicht so einfach wie es sich hier vielleicht liest, oder sich entsprechende Waschkörbe im Waschbereich gegenseitig behindern.

In der heutigen Zeit gibt es ja schon lange keine Einheitsstoffe mehr, sondern werden selbst die Socken nach individuellem Tragekomfort hergestellt. Sie bestehen also nicht nur aus verschiedenen Mischmaterialien, sondern jene Stoffeigenschaften können schon von der linken zur rechten Socke auf das gefährlichste abweichen. Das führt dann nicht nur zu den eigenartigsten Verwechslungen hier, sondern manchmal auch zu bösen Wortschöpfungen innerhalb des eigenen "Hauskulturkreises".
Allerdings meistens erst nach dem Wasch und Trocknungsvorgang. Vorher scheint die Sach und Geruchslage gerade bei entsprechender Bein und Fussbekleidung eindeutig und klar zu sein. Verwechslungsgefahr selbst in der Regel kaum möglich.

Wo war ich? Ach ja. Unterschiedlichste Stoffe und deren Vorlieben beim Waschgang.

Also stehen meistens hier zig verschiedenfarbige Körbe rum, in denen dann vorsortiert wird.  Nach Farbe, Grad des bevorzugten Waschvorganges und natürlich auch des Materials.
Was keiner entsprechenden syntetischen oder sogar natürlichen Gewebefamilien zugeordnet werden kann, landet erst einmal auf dem Boden in einer extra dafür eingerichteten Ecke. So eine Art Alt und Mischwarenecke.

Fein säuberlich sortiert und vorbereitet wird anschliessend natürlich das volle Reinigungsprogramm auch durchgezogen. Mit allen Schikanen versteht sich. Also vom Einweichen, über die Vorwäsche vielleicht, zum eigentlichem Waschgang und natürlich dem "Duftspüllgang" zum Schluss. Schliesslich sollen ja die Füsse die ersten paar Minuten genauso fein duften wie unsere Achselhöhlen. Und wenn wir der Um und Mitwelt nur vielleicht einen zarten Hauch von Veilchen oder ähnlichem Gemüse vorgauckeln wollen und können. Egal. Das menschliche Ego wird auch hier immer fleissig mit bedient und manchgmal sogar porentief gereinigt.

Das mit dem Trockner lasse ich bewusst Mal weg, auch wenn es einer der wichtigsten und manchmal extrem schlimmsten Härtefälle für viele meiner Lieblingssachen darstellt. Zumindest passen sie hinterher der jüngsten eher, oder haben meine vor ca. 40 Jahren getragene Konfektionsgrösse wieder angenommen. Und genau das verstehe ich dann nicht. Wenn ich extrem kleine Sachen tragen möchte, gehe ich doch gleich zu entsprechenden Läden und nehme nicht den Umweg über die Waschmaschine und den Trockner.

Was aber viel schlimmer und unverständlicher sicherlich nicht nur für mich, sondern weltweit genauso für zig hundert anderer Betroffene sich oft als Problem darstellt, ist die Anzahl der Socken welche am Ende die WM wirklich verläst.
Ihr erinnert euch an den seperaten Werkstoffhof  bei uns in der Waschküchenecke. Da wo die undeffin ierbaren Posten erst einmal ihr Dasein fristen müssen.
Oftmals werden gerade ihne Sockenpaarungen einer sogenannten Verjüngungskur unterzogen. Nicht dass sie hinterher wie neu aussehen, aber sie passen zumindest an jüngere, oder kleiner Füssschen.
So sie wieder vollzählig das Kellerlicht hier erblicken dürfen. Denn meistens verschwindet auf unerklärliche Weise ein Socken immer und besagte Wollberge  mit nur einer Fussbekleidung werden hier immer grösser.
Ihr wisst ja, die Hoffnung stirbt immer als letztes. Und vielleicht findet sich ja das ein oder andere Sockengeschwisterpaar auch wieder an. Vielleicht nicht in diesem Leben, sondern in der unserer Enkelkinderchen. Also hebt man Bergeweise die unterschiedlichsten Sockengrössen auf.
Und E.T.  sammelt weiter fleissig meine Strümpfe. Allerdings immer nur die frisch gewaschenen.

Wer also dieses Amenmärchen hier glauben sollte, liegt nicht ganz verkehrt. Schliesslich sind gerade die alltäglichen Begebenheiten die manchmal unwahrscheinlichsten und skurrilsten Geschichten in unserem Leben.

Einen entsprechenden Sockenfreien Start ins Wochenende wünsche ich euch und besteige jetzt erst einmal einen jener Sockenberge, auf der Suche nach einem einheitlichem Paar Fusskleider. Mir ist nämölich kalt an den Knochen. ;-)

rolf

Kommentare:

  1. Rolf, Wahnsinn! Euer E.T. ist auch unser E.T.!
    Genau dieselbe Problematik.
    So ein gieriges Ding aber auch!!

    Und ja ... das mit dem "ne Grösse" kleiner kenn ich auch.
    Und ja ... das mit der "Sortiererei" auch.

    Und ... ach lassen wir es. Unter Deine Geschichte setzte ich mein grundsätzliches JA!
    :-)

    Herzgrüesslis
    Fränzi Sternenzauber

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  2. Liebste Dodo.
    Ich wollte dich allerdings dadurch nicht gleich an die Aufarbeitung der Bügelwäsche "verdrängen". ;-) :D
    Dann müsste ich mir ja auch an beiden Nasenflügeln etwas rubbeln und hier weiter aufräumen. ;-)

    LG rolf

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    1. Also: Vermelde glückliche Wiedervereinigung von mindestens fünf Sockenpaaren - gestapelte Singles: an die zwanzig Stück.... Fränzi, sind die vielleicht noch bei dir???? :-D
      Und Rolfi: Rubble ruhig.. ;-)

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  3. Hallo Fränzi.


    Na logisch muss dieser E.T. auch bei euch im "kunterbuntem Sockensternenreich" sein Unwesen treiben. Schliesslich war dieser Miststinker ja schon in Thun kräftig aktiv und fleissig. Ich denke im LAufe der Jahre hat sich unser "Sockenalf" mit den streunenden KAtzen da vermehrt. Seine Brut ist dann mit nach Bern gezogen. Er selber hat gleich rechts neben der Kellertreppe bei euch sein Sockenhauptquartier aufgeschlagen. Musste heute Abend gleich Mal schauen gehen. :D

    Euch dreien noch ein wunderschönes WE. Und vielleicht wirds ja am WE was mit der Eishockeysalatschale in diesem JAhr? :D

    LG rolf

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    1. Irgendwie hat das gerade nicht geklappt mit meinem Kommentar!Bei uns hat E.T gestern auch zugeschlagen.Der scheint wohl auf Tennissocken zu stehen.

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  4. E.T hat gestern bei mir auch zu geschlagen.Ist bei Dir vielleicht eine weisse Tennissocke aufgetaucht????Sage E.T bitte das ich Sie zurück haben möchte.

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  5. Hallo Rolf,
    wie schön.
    Ich habe herrlich gelacht und mir Eure Waschküche bildlich vorgestellt.
    Schön, dass Du wieder da bist.
    Machst Du auch mit beim "Inneren Schweinehund mit Wurst füttern?"
    Liebe Grüße
    Ika

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  6. ja, ja,... die socken... das kommt mir irgendwie bekannt ( http://www.mrsflax.net/article-33863126.html ) vor :D

    schön, dass du wieder fit bist. ich habe erst viel zu spät gemerkt, dass das nicht mehr der fall ist (urlaub... kochen... *fg* ), und dann war es mir zu peinlich, mit so großer verspätung noch mit genesungswünschen um die ecke zu kommen.

    schönes restwochenende noch! =)

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  7. Ahhhhhhhhhhhh Rolf is back :-)
    Hast du nun nur einen Socken an oder zwei verschiedenen *grins*
    Genau aus diesen Grunde gibt es bei mir nur eine Art von Socken immer vom gleichen Hersteller und immer diejenigen die ich schon habe ;-) dann reduziert sich der Berg von "einsamen" Socken auch max. auf einen.

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  8. diese verschwinden von wäsche...es bleibt ein mysterium! vor kurzem habe ich mir neue schuhe gekauft, die ich leider recht schnell eingesaut hatte. hab sie also mal versuchsweise in die maschine getan und plötzlich fehlte ein schuh! kannte das problem bisher nur von socken. am ende stellte ich fest, dass ich in der eile nur einen schuh in die maschine reingetan hatte.. der andere war unbemerkt daneben gefallen. immerhin wusste ich danach, dass ich nicht verrückt geworden bin ;)

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  9. Hallo Rolf, ich habe wieder mal gelacht über Deine einfallsreiche Alltagsbeschreibung. Manches passt auch genau auf meinem Mann.
    Und da hast Du auch ein extra-territoriales Terrorproblem angesprochen: den Sockenklau. Diese diebischen E.T.s müssen im All große Nester haben, won denen sie irdische Waschmaschinen beobachten und dann blitzschnell die Socken mopsen. Ob sie damit ihre Nester ausstaffieren? Die Nasa sollte mal erforschen, wo ist der Planet der Socken?

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  10. Hallo Rolfi,
    wann gibt es hier endlich wieder etwas neues zu lesen?
    Liebe Grüße
    Ika

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