Freitag, 22. Juli 2011

Danksagung

Warum schreibe ich manchmal Sachen in meinem Blog, die eigentlich nicht nur eine Zumutung für den Lesenden vielleicht darstellen könnte, sondern auch oft über viele krumme Schachtelsätze, mehr als nur einen Blick in mein Inneres zulassen. Jedenfalls wenn ich es zulasse und man zwischen den Zeilen auch zu lesen versteht. Aber es ist keine Selbstdarstellung, sondern eher eine Art von emotionalen Ventil. Nicht die Art der Mitteilung selber, sondern viel mehr dies als Plattform der Komunikation und gedanklichen Austausches vielleicht mit "Gleichgesindel" zu nutzen.


Heute war nun so ein Tag, an dem man zum Glück nicht im Mittelpunkt stand, aber dennoch das Gefühl zum Teil nicht los bekam, selbiges doch zu sein. Nein. Nicht falsch verstehen. Es ging um die feierliche Danksagung. Es wurden sehr viele emotionale und gefühlsvolle Gespräche unter den Trauergästen anschliesend geführt. Alle hatten entsprechende Berührungspunkte im Leben mit ihm, waren Freunde, Bekannte, Kollegen, oder sonstige Wegbegleiter von Xeno. Jeder wusste auf seine Art etwas über den verstorbenen zu berichten. Es waren mehr wie nur Episoden, oder Dankesreden. Schon garnicht nur aus falsch verstandener Höflichkeit den Hinterbliebenen gegenüber. Man spürte eine Herzlichkeit, Wärme und dennoch Trauer, welche ich so auf diese Art noch nie zu spüren bekommen hatte.

Für mich war persönlich am eindrücklichsten jener Moment, als Doris einen kurzen, aber sehr nahe gehenden Lebenslauf ihres Vaters, vor der Trauergemeinde vorlas.
Es waren Emotionen und Gefühl, viel Wärme und Liebe, die wie Nebelschleier durch die kleine Kapelle schwebten, um sich ganz fest und Tief in den Herzen der Trauergemeinde wie ein Blumenteppich nieder zu lassen.Und es lag und liegt nun an jedem selber, für sich die schönsten Blumen und Momente davon zu bewahren, oder zu pflücken.
Eine schönere Danksagung glaube ich, kann sich ein Vater von seinen Kindern am Ende nicht wünschen.

Es wird sicherlich noch eine Weile brauchen, dies nicht nur zu verarbeiten, sondern auch am Ende richtig zu begreifen. Es ist alles noch so frisch. Aber jeder wird mit solch einer Situation anders umgehen können und auch müssen. Am Ende geht das Leben auch für uns alle mehr oder weniger weiter.

Danke

robe

Kommentare:

  1. Danke, Rolfi, nochmal. Ich wiederhole mich: Danke fürs Da-Sein!

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  2. Du umschreibst Situationen so herzlich mit Gefühl das man fast denkt man wär dabei.
    Zu Deiner Einleitung , wer bistte sagt denn was man schreiben darf und was nicht ? Ich finde dieser Blog soll dienen seine Emotionen in Worte fassen zu können.
    Vielleicht helfen Dir unsere kleinen Kommentare so manches Mal viell ein Lächeln in Dein gesicht zu zaubern.
    Die Last kann niemand abnehmen, aber Dir zeigen das Du nicht allein bist, das können wir hier indem wir da sind, wenn auch "nur" virtuell !
    Er muss ein toller Mensch gewesen sein und die Erinnerungen sollte man sich bewahren so lange es das Gehirn zulässt.
    Er wird sicher wollen das Du weiter machst und Dein Leben weiterhin so herausfordernt führst.
    Irgendwann steht ihr Euch wieder gegenüber und er wird Dir sagen wie Stolz er auf Dich ist und das er jeden Schritt , ausser die im Schlafzimmer, von Dir beobachtet hat, Dich beschützt hat .
    Ich wünsche Dir Kraft Dein Leben weiter zu leben,
    ich wünsche Dir Erinnerungen die Dich immer an die schönen Zeiten mit ihm erinnern,
    ich wünsche Dir einfach alles was Du benötigst um das Du den Antrieb findest jeden Tag aufs Neue aufzustehen und den "Alltag" zu besiegen ...Lg Bianca

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  3. Für die Hinterbliebenen ist es immer wichtig, zu sehen, dass der geliebte Mensch Teil eines großen Kreises war, der eben auch und vor allem aus Freunden besteht, Freunde können im Laufe eines Lebens zu lebenswichtigen Pfeilern werden, mitunter bedeuten sie einem mehr als manches Familienmitglied.

    Wenn du heute im Mittelpunkt standest, dann galt das bestimmt deinem DA-sein, dann hast du es auch verdient, wenn man hier überhaupt von verdienen sprechen kann.

    Mitfühlende Grüße Shoushou

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  4. Liebe Bianca, ich glaube, du hast da was falsch verstanden: Es war MEIN Vater, an dessen Abschiedsfeier Rolf gefühlsmässig so intensiv dabei war, dass ich mich für sein Da-Sein bedankt habe.
    Liebe Shoushou, genau so ist es. Danke
    Doris/Dodo

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  5. @ alle.

    Ja. So in etwa wird es sein und werden.
    Die Erde dreht sich in manchen Momenten zumindest innerlich, ziemlich schnell, macht einen fast schwindlig. man sollte manchmal nicht so sehr und zu "tiefschlürfend" Nachdenken. Am besten irgend etwas "kreatives" tun, oder gar Kisten oder dergleichen schon einmal "Packen". Soll bekanntlich nicht nur Helfen, sondern auch über viele andere Sachen beim Ablenken helfen.

    Schönes Restwochenende euch allen da draussen.

    rolf

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