Samstag, 31. Juli 2010

Deutschland ein Regenmärchen

"Reiserückblick" 




Montag




Endlich war es nun soweit. Die paar Klamotten zwecks Regenbekämpfung auf der Rückbank verstaut und die "Überlebenspackete"  in Form von Marschverpflegung fein säuberlich im Kofferraum gestapelt. Und pünktlich zur Datumswende vom Sonntag auf Montag, rollte der überladene Opel vom hiesigem Thuner "Bauhof", Richtung Deutschland.

Nachtfahrten sind zwecks Autobahnverkehr immer besser. Jedenfalls ist das meine Erfahrung. Auch wenn einige LKW s und andere Urlaubsfahrer ebenfalls der selben Meinung sind. Die ersten 300 Kilometer gestalteten sich auch sehr angenehm. Zumal ich auf dem Beifahrersitz noch etwas vor mich hin muffeln konnte. Quasi so ne Art Fahrbereitschafft. Allerdings fing bei meiner Lenkradschicht das Dilemma erst richtig an. Es goss mit einmal aus allen Wolken, welche ich natürlich da es dunkel war, so nicht sehen konnte. Dafür hörte ich eine  Tropfensymphonie ohnes gleichen auf dem Autodach und dieses quietschende, kämpfende Geräusch eines überforderten Scheibenwischers. Um der Sache aber auch noch die Krone auf zu setzen, schoben irgend welche Bösewichte, eine "Pseudobaustelle" nach der anderen, ständig in meine Fahrtrichtung. Abgekürzt und auf gut Deutsch, von Karlsruhe bis kurz vor Nürnberg, war es eine Katastrophe. Aber wir waren wenigstens im Trockenem und hatten ja auch ausreichend "Nahrung" an Bord unseres schwimmefähigen Autobootes. Auf diese Art, mit einigen nicht ganz eingeplanten Zwischenstopp, erreichten wir so gegen 9 Uhr am Morgen, unser erstes Etappenziel. Jena.

Da allerdings unsere reservierte Übernachtungsmöglichkeit erst ab 13 Uhr zur Verfügung stand, wir hingegen ein absolutes Schlafbedürfnis verspürten, machten wir es uns so gut es ging im Auto "gemütlich". Einige "Jenenser" werden sich wahrscheinlich auch ihren Teil bei unserem schnarchendem Anblick im Fahrzeug gedacht haben. Jedenfalls soweit der "normalo" um diese Zeit denkfähig ist, oder war.


Nachdem wir ein wenig unsere Kräfte wieder auf den einigsammelten Punkt bringen konnten, versuchten wir erst einmal die nähere Umgebung für uns aus zuloten, was gleich in einem kleinen "Kaufrausch" ( darüber wird es noch mehr zu berichten geben ) ausuferte. Aber eines kann ich hier an dieser Stelle schon mal vermerken. Egal wo wir uns in den nächsten Tagen aufhielten, aber überall schmeckte der Kaffee, wie gefärbtes Wasser. Das mal nur so am Rande bemerkt. Wo war ich? Ach ja. Kaufrausch.


Jedenfalls nahmen wir gegen 13 Uhr erst einmal das für uns hübsch zubereitete Quartier in Beschlag. Die in Betriebname der Gästebetten für die nächsten 3 Stunden dürfte aus gegebenen Anlass als selbstverständlich betrachtet werden. Jedenfalls tat das unwahrscheinlich gut.


So gestärkt und natürlich nun zu allen Dummheiten bereit, machten wir uns gegen 17 Uhr auf den Weg ein wenig mehr von der Gegend und deren "anstosenden" Umgegend, zu erkunden. Wir landeten irgendwie in Erfurt. Ist übrigens die Landeshauptstadt von Thüringen. Nur mal so als Zwischeninfo, für alle die es nicht so mit deutscher "Ort-o-graphie", also Geographie haben. Mein letzter Besuch in dieser aufstrebenden "Metropole"?... liegt schon einige Jahre zurück. Selbiges Erinnerungsvermögen natürlich ebenfalls. Um so überraschter war ich allerdings, was aus dieser Stadt geworden ist, wie man es verstand die Altsubstanz mit der Modernen zu vermischen, ohne das sich die verschiedenen Baustilrichtungen störend auf die Grundmauern traten. Ich finde eine wirklich gelungene Symbiose von Alt und Neuarchitektur. Jedenfalls kann ich wirklich nun mit ruhigem Gewissen, vielen Ausländern, voran den deutschen, diese Landeshauptstadt wärmstens für einen Besuch empfehlen. Übrigens bekomme ich wirklich keine Prozente, für diese Art von Werbung. Aber ich war wirklich sehr beeindruckt und komme auch gerne wieder hier her. 


Das einzige störende am Geniessen war wieder der einsetzende Dauerregen. Auf diese Art "schwammen" wir von Laden zu Laden, um wenigstens ein wenig Trockenheit zu empfinden. Zu guter letzt fanden wir sogar ein sehr gemütliches Lokal. Ich glaube es war der Ratskeller, wo wir nicht nur unserer strapazierten und durchnässte Kleidung etwas trockene Ruhe gönnen konnten, sondern auch wieder einmal "richtige" Thüringer Kost uns serviert wurde. Und ich kann euch versichern, dass ich nicht nur einen Thüringer Kloss meinen Geschmacksknospen zumutete.


Zu guter letzt waren wir gegen 23 Uhr zurück in der Pension, um nach einer kurzen Dusche auch gleich entsprechend müde auf das weiche Bettlager zu fallen. Was weiter passierte, kann ich nicht mehr genau rekonstruieren, weil zu müde und Morpheus mich schneller im Arm hatte, als ich die Augen zu machen konnte. 


Morgen berichte ich euch gerne, was aus einem Ausflug in die Stadt der deutschen Denker und Theaterlenker nach Weimar wurde. Für heute erst einmal genug und einen wunderschönen Samstag wünscht euch allen


rolf

Kommentare:

  1. Gut, ihr braucht da jetzt aber nicht alle hinfahren - es reicht vollkommen, einmal im Jahr 'ne Thüringer zu essen.^^

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  2. Ja, Erfurt hat sich enorm verändert.
    Ich kenne es erst seit 1990 (bin ja Wessi), aber es ist eine tolle Stadt.
    Und Thüringen - auch Weimar und Jena - ist ein tolles Land.

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  3. @Demian. Na gut. Einmal aller zwei Wochen würde mir auch schon reichen. Ich meine jetzt die Roster. ;-)

    rolf


    @mo. Erfurt wie gesagt wirklich immer wieder. War echt wunderschön da. Weimar.... .Na ich will jetzt nicht vorgreifen. Nur soviel. Es ist echt der Hammer. Und diese Aussage ist ne Auslegungssache. Jedenfalls bis Morgen. ;-)

    LG rolf

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  4. Da brettert der Rolf mit seinen Blitz einen Steinwurf entfernt vorbei und sagt nicht mal hallo. Tz tz tz tz.
    Übrigens heißt das nicht Nürnberg sondern Nemberch.
    Ja Erfurt war ich auch schon einige male, schönes Städchen.
    Bin ja mal auf die vortsetzung deines Reiseberichtes gespannt.
    Wo bleiben die Fotooooooooooooooooooooooooos.

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  5. Hallo Thomas. Das war sicherlich kein Steinwurf diesmal, sondern eine "Wasserstrahlbreite" entfernt. Ok. Das nächste MAl klingle ich dich so gegen 2 Uhr in der Frühe fürnen Kaffee und ne Zigarette aus dem Bett. ;-) Mal schauen was du dann noch sagst. :-) Um ehrlich zu sein, habe ich diesmal selber weniger Fotos gemacht. Doris hingegen viel mehr. Ich habe z.T. nur "gefilmt". ;-) Wobei...das Wetter natürlich echt der Hammer war. Mit Weimar geht es heute noch weiter. ;-)
    Wünsche dir aber noch eine entsprechende angenehme Restwoche.

    rolf

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  6. Hallo Rolf,
    sehr schoen, dein Reisebericht. Vor zwei Jahren waren wir auch in Erfurt, inklusive Weihnachtsmarkt. Es war einfach wunderschoen. Am Abend waren wir dann noch in der alten Oper in einem Gregorian-Konzert. Das war wirklich ein unvergesslicher Tag.

    Liebe Gruesse
    Martina

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  7. Hallo Mina. Leider habe ich es versäumt anknüpfend an den Erfurtbericht hier weiter zu machen. War zeitlich etwas sehr in "Anspruch" genommen. ;-) Aber die Reise nach Deutschland war eigentlich auch mehr eine geschäftliche "Einkaufstour". Jedenfalls hat es sich in vieler lei Hinsicht gelohnt und wir konnten uns in der einen Woche sogar etwas amüsieren. Allerdings kam nach Erfurt Weimar. Und ehrlich....da war ich mehr wie nur enttäuscht. Die Stadt der deutschen Denker und Literaturlenker, hatte ich wirklich positiver in Erinnerung. Aber die Realität sieht viel schlimmer aus, als ich es für möglicvh gehalten hätte. Aber wenigstens konnten wir auch wieder einmal da, so richtig "zügellos" durch einen Buchladen eine entsprechende Kaufrauschtour veranstalten. Und was das bei Doris und mir heisst, kannst du dir wirklich nicht im Traum vorstellen. ;-) Aber wir haben nun für die nächsten "Monate" genug Stoff zu Lesen. ;-)
    Wünsche euch in Italien noch eine wunderschöne Zeit, sowie einen erholsamen Start ins WE. ;-)


    LG rolf

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