Freitag, 14. Mai 2010

Vorfahrt?.....nee, "Auffahrt"

„Auffahrt“….. …oder was von seinem Ursprung übrig geblieben ist. Nun ist der gestrige Tag also auch endlich geschafft. Also ich meine den sogenannten „Männertag“, der eigentlich auch einmal als Vatertag bezeichnet wurde. Da aber die Zahl der wirklich sich dessen bewusst zu sein scheinenden tatsächlichen „Väter“ proportional zu den „angeblichen“ Väter abnimmt, verschob sich besagter Vatertag immer mehr zum Männertag. Aber über den Begriff „Mann“ könnte Frau, also allgemein „man“ nun auch wieder streiten. Jedenfalls was die Aussage als solches betrifft. Da ja in der heutigen Zeit verstärkt das Bewusstsein schon ein „echter“ Mann sein zu müssen, von anderen Kriterien geprägt wird, darf es auch nicht verwundern, wie viele gerade junge Väter es gibt. Oder anders ausgedrückt, der Vatertag wurde zum allgemeinen „Sauftag“ für alle jene zweibeinigen Geschöpfe, welche ein Alibi für hemmungslose Alkoholexzesse bedürfen. Obwohl ja auch viele von ihnen eigentlich das ganze Jahr auf ähnliche Art „Männertag“ feiern und noch nicht einmal die Eierschale ganz abgelegt haben. Aber das ist nicht der Grundtenor meines Artikels hier. Vielmehr geht es eigentlich mir darum, euch eine kleine Geschichte zu erzählen, wie Mann auch diesen Feiertag erleben könnte, kann und auch vielleicht erlebte? In Angedenken aus der eigenen Sturm und Drangzeit, siehe mitfühlende Worte in der obigen Einleitung, wollte ich meinen „persönlichen“ Vatertag auch entsprechend anders gestalten. Ich wollte es einfach vermeiden, das am anderem Tag eine „Privatperson“, welche ich wahrscheinlich durch klare Sinne noch gar nicht genau hätte identifizieren können neben meinem „Sterbebett“ steht, die salzhaltige Infusionslösung in Form einer aufgelösten Kopfbrechtablette im Glas auflöst und mir einen frisch entleerten Auffangbehälter für entsprechende Rückbestände vom vorherigen Erlebnistag unter die Nase schiebt. Mein Kopf sollte den klaren Maifreitag erkennen und mein Atem sich vielleicht so frisch wie ein Frühlingsblumenbett präsentieren. Was geschah also wirklich gestern, am „Männertag“. Nachdem wir in familiärer Geborgenheit mit dem gemeinsame Frühstück soweit fertig waren, machte sich Doris bereits auf den Weg ihrer langen Reise. Sie hatte einen wichtigen Termin im überregional, schweizerisch kantonalem Ausland. Ich glaube Zürich hiess ihr Reiseziel. Das tollste an der Fahrt allerdings war, dass sie zum krönendem Abschluss ihres Tages, zu einem „Fussballspiel“ in Zürich als VIP eingeladen war. So weit so gut…war sie also entsprechend versorgt. Ich hatte sogar das Vergnügen, am frühen Morgen von der obligaten Hundeausgehrunde entbunden zu sein. Also mehr Zeit, als ich gewohnt war. Mir war mit einmal nicht nur langweilig, sondern mir war richtig langweilig. Dabei hatte, oder hätte ich genug zu tun und dergleichen gehabt. Aber mir war absolut nicht danach. Zu dem sprach das Wetter zwar nicht entsprechende Bände, aber es regnete unaufhörlich selbige „Bänder“. Na und die Wolken erst, welche sich sonst in weiter Ferne in den „Berggabelungen“ verirrten, wagten sich heute auch bis vor unser Fenster im zweiten Stock. Und das liegt fast 10 Meter über unserer Toreinfahrt. Also zog ich mich zurück. Genauer gesagt, ich lag gegen 11 Uhr schon wieder bis zur Halskrause zugedeckt im Bett und schlief auch relativ schnell ein. Mein Traumbus brachte mich auch in wärmere Gefilde, wo es mir „sicherlich“ besser gefiel, als im Augenblick hier. Traumreisende soll man ja aber auch nicht aufhalten wenn sie der Meinung sind, dass sie weiter müssen. Jedenfalls zog mich ein hungriges Gefühl aus meiner warmen Traumlandschaft zurück, in die triste Einöde dieses verregneten Tages hier. Zumindest aber wenigstens in die Küche vor den Kühlschrank. Hunger. Aber das sagte ich ja schon. Nach meinem kurzen kulinarischen Zwischenstopp in der Essenszone, führte mich mein nächster Weg zurück an die Haltestelle meine Traumfahrzeuges. Ich lag also wieder im Bett und wartete auf das quietschende Gefährt, welches mich zurück in eine Landschaft voller Wunder bringen sollte…. Gegen halb sechs am Abend, wurde ich durch ein Türenknallen aus irgend einer traumatischen Begebenheit gerissen. Im ersten Augenblick wusste ich allerdings nicht, ob es die Autotür in meinem Traum war, oder die Realität der Wohnungseingangspforte. Auf alle Fälle war ich wieder im Diesseits der hungrigen Welt angelangt. Richtig. Hunger die zweite. Also das gleiche Spiel wie vor zig Stunden. Ich in Richtung heimischer Kühltheke, um meinen Ernährungspool auf zu füllen. Nebenbei registrierte ich auch noch, dass sich zu dem misslichen Wetter, nun auch eine gewisse Dunkelheit gesellt hatte, was meine mürrische Laune in diesem Bezug auch nicht weiter förderlich war. Aber wie gesagt. Gegen Abend soll das ja normal sein, dass es draussen dunkler wird. Hatte auch den Vorteil, dass man bald von den Regenergüssen nur noch etwas hören musste, aber nichts mehr sah. Gut. Ich musste ja auch noch mit unserem Hund Timmy die Abendrunde irgend wie überstehen. Unsere jüngste „gammelte“, nein sorry, sie faulenzte in dessen auch schon den ganzen Tag auf der Fernsehcouch und starrte wie ein hypnotisiertes Kaninchen mit der Fernbedienung in der Hand vor sich hin. Jedes Mal, wenn sich meine beiden Augäpfel gerade an eines der unmöglichen Fernsehsendungen zu gewöhnen schienen, machte es „klick“ und ich bekam eine neue Unmöglichkeit der feiertäglichen Fernsehprogrammindustrie serviert. Und das im 2 Minutentakt. Wenn ich nicht schon „blöd“ im Kopf gewesen wäre, hätte das hier der beste Einstieg dafür sein können. Jedenfalls fanden wir am Ende doch noch einen Kompromiss dies zu verhindern. Am Ende erging es uns beiden ja gleich. Auch wenn ihr Beweggründe andere waren. Aber Langeweile bei Jugendlichen kann genau so schlimme und schädliche Folgen aufweisen, wie bei entsprechenden „älteren“ Männern. Also suchten wir einen Lösungsweg der darin bestand, den Abend auf eine angenehme und vielleicht erlebnisreiche Art gemeinsam zu verbringen. Erster Gedanke Kino. „Ach nee. Zeitlich zu kurz und Film mässig“… na ja. „Vielleicht einen Besuch auf der Festwiese in der Stadt?.... Die haben aber doch erst ab morgen auf…“ Also was blieb? Genau Videoabend. Also ich schnell mit dem Hund auf Runde und unsere 16 jährige schwer beschäftigt mit den Vorbereitungen unseres Filmabends. Ich muss hinzu sagen, dass wir eigentlich eine ziemlich grosse Auswahl an entsprechendem Videofilmmaterial hier haben. Also lies ich mich überraschen. Nach einer Stunde Hunderegengassigehen, war ich über die „spontane“ Kreativität von unserer jüngsten doch wieder einmal überrascht. Nicht nur das sie aus unserem Wohnzimmer einen absoluten Videoabendgemütlichkeitsbereich gezaubert hatte, es war sogar an entsprechende kulinarische Ergüsse in Form von Abendbrot vor dem Bildschirm gedacht. Es war einfach nur herrlich und ich musst gerade wegen dieser „Couchgemütlichkeit“ ein paar Mal aufpassen, dass ich nicht wieder ins Reich der Träume abdriftete. Irgend wann gesellte sich sogar die nun schon bald 18 jährige mittlere der drei Mädels zu uns. Allerdings zog es sie nach kurzer Zeit wieder hinaus in das reale Leben der Teenager. Was soll ich sagen? Es war am Ende doch noch ein gemütlicher Abend und gegen halb eins am Morgen, schlichen wir beide „Augenmüde“ ins Bett. Doris kam auch ziemlich spät von ihrem Tagesausflug inkl. Fussballspiel zurück. Im Gegensatz zu mir hatte sie etwas zu berichten, wobei ich ihr langsam aber sicher, schläfrig zuhörte. Und wenn ihr wissen wollt was ich denn mir als Video einzog….? Nun ihr könnt lachen, aber wir hatten uns „beide“ auf die selben Filme einigen können. „Der JA – Sager“ mit Jim Correy und „Hui Buh das Schlossgespenst“. Und wer das nicht glaubt, das so etwas an einem solchen Tag möglich ist, oder sein könnte, nun der kann es ja das nächste Mal selber ausprobieren. Es geht. Und nicht nur zur „Auffahrt“… rolf

Kommentare:

  1. Also an diesen Vatertag wrde ich mich nie gewöhnen. Ich meine, dass es so etwas überhaupt gibt, in dieser schon zur Genüge beschriebenen Form, die anscheinend hin und wieder in Exzesse ausartet. Muss eine zutiefst deutsche Erfindung sein. Bei uns war gestern Christi Himmelfahrt. Aber das weiß ich auch nur deswegen, weil ich gerade auf dem Kalender nachgeschaut habe. Egal. Heute bist du sicher gut ausgeschlafen und voller Tatendrang.
    Liebe Grüße von Margot

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  2. Guten Morgen Margot.


    Mir geht es in der Hinsicht wirklich prächtig. Vor allem habe ich gespart. ;-) Ich habe immer noch meine "Notreserve" an Porto ganz sicher in meinem Versteck lagern. ;-)
    Wünsche dir noch das doppelte, was du in vergleichbarer Situation mir wünschen würdest. ;-)

    Schönes Wochenende? ;-) :-)


    LG rolf

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