Donnerstag, 20. Mai 2010

Gruppendynamik

Heute am späten Vormittag, also kurz nach dem Aufstehen und der Vorbereitung auf den Mittagsschlaf, bin ich in meiner Post hier über einen Begriff gestolpert, der mir keine Ruhe lies. Gemeint ist die „Gruppendynamik“. Und da ich bei den alltäglichen Seerunden mit Timmy auch meinen Gedanken entsprechenden Ausgang an der frischen Luft gewähre, kamen selbige am Ende mit einer interessanten Theorie zu mir zurück. Dies möchte ich euch in etwas abgewandelter Form natürlich nicht vor enthalten. Hier also die These zu: „ …warum das Mammut als Tierart wirklich ausstarb und der kausale Zusammenhang wieso es immer noch Frauen gibt, die heute einen Nerz tragen...!“ Zuerst einmal war ich sehr erstaunt, was Gedanken in meiner einstündigen Abwesenheit so selber auf die Beine stellen. Wahnsinn. Das Mammut könnte also nach ihren Aussagen heute noch friedlich seinen Rüssel über den verbauten Beton schleifen lassen, wenn der Mensch es nicht ausgerottet hätte. Diese Erkenntnis ist ja an sich nichts neues. Aber jetzt kommt es. Nämlich der Grund warum der Mensch dieses arme, dicke, grosse, zottlige Urvieh vernichten musste und unsere Kinder es zum Teil nur noch aus Ice Age oder einem Museum, sie es in ihrem Leben jemals betreten, kennen. Das ganze soll sich also folgendermassen abgespielt haben. Vor tausenden von Jahren, als der Grundstückspreis im mitteleuropäischen Raum noch erschwinglich war, siedelten sich von da und vielleicht auch von wo anders, einige unserer Vorfahren gerade hier an. Sie bildeten Gemeinschaften, lösten ihre Probleme meistens gleich an Ort und Stelle. Religion im heutigen Sinn kannten sie natürlich auch nicht, genau so wenig wie die Einkommenssteuer und der gleichen mehr , weswegen sie wahrscheinlich auch recht friedlich miteinander lebten. Ja nicht einmal Wasser aus der Wand, sondern nur vom Himmel kannten sie. Und genau aus diesem Grund verehrten sie das Feuer, welches ihnen in kalten Nächten nicht nur Wärme spendete, sondern auch Licht. Der Hauptgrund allerdings schien die Zubereitung der alltäglichen Mahlzeit zu sein. Tütensuppe gab es auch noch nicht, aber dafür ökologisch unbedenkliche Mammutsteaks ala Steinzeitalter. Eine Bevorratungswirtschaft in dem Sinne, wie es uns heute durch Werbung und einschlägigen Handelsketten gerne vorgegaukelt wird, war ihnen unbekannt, hatte man ja auch nicht nötig, Denn alles was unsere Ururururgrosseltern zum täglichen überleben benötigten wuchs oder lief ja in entsprechender Menge und Gestalt vor ihren Höhlen auf und ab. Mammuts gab es genug und wenn man Hunger hatte, besorgte man sich ein frisches, was wieder für ein paar Wochen reichen sollte. Und so verging in friedlicher Eintracht mit der Natur die Zeit und mit dem Zuwachs ihrer Sippe, wuchs auch die Grösse ihrer Ansprüche. Zum Teil jedenfalls. Da war zum Beispiel das junge Ding von der oberen Knochengasse. Vielleicht noch nicht ganz buschig hinter den Ohren, aber immerhin sah es wie ein Weibchen für die umliegende Nachbarschaft aus. Und das sah natürlich einer jener Nachbarn. Jeden Abend sass er vor seinem Bau und beobachtet nun besagte angebetete, wie sie die letzten Fleischreste aus einem Gürteltier kratzte, oder sonstige Hausarbeit unter Wolken freien Himmel verrichten . Und jeden Abend stellte er sich vor wie es wäre, wenn besagte behaarte Urschöhnheit ihm die Läuse aus dem Fell sortieren würde. Also beschloss er eines Tages dieser Sache ein Ende zu bereiten. Er erlegte ein Mammut, schleppte es vor die Höhle der auserwählten Mitbegründerin seiner zukünftigen Ahnenreihe und fing auch gleich mit einem entsprechendem und lautstarkem Balzzgebrüll an. So weit so gut. Durch diesen Krach wurden auch die anderen Mitbewohner jener Felswand auf das Geschehen aufmerksam. Manche fanden es „süss“, dass eine noch nicht in die ehelichen Pflichten eingeführte, also gut die gab es ja noch nicht…. also in die Pflichten einer weiblichen Höhlenangestellten eingewiesene, auf solche Art umworben wurde. Auf diese Art erfuhr aber noch ein anderer Nebenbuhler von der Möglichkeit, hier eine noch unverbrauchte Urzeitbewohnerin zu erhalten. Es kam wie es kommen musste, nämlich zum Streit wischen den beiden Kampfstreitaffen und dem väterlichen Oberaffen der jungen Affendame. Man einigte sich auf einen Wettkampf. Und derjenige sollt die umworbene nebst ihrer verlausten Fellschlaffdecke erhalten, wer die grösste Menge an Mammutsteaks vor die Höhle legen würde. Gesagt getan. Die beiden Streithähne zogen auch gleich los um nach kurzer Zeit mit dem ersten Resultat ihrer Jagd zurück zu erscheinen. War ja auch kein Kunststück. Schliesslich lief ja besagtes Frischfleisch zur Genüge noch vor den Höhlen rum. Und dumm wie die Riesenviecher nun einmal waren, wunderten sie sich anfänglichst auch nicht, dass im Stundentakt ihre Herde immer kleiner wurde. Natürlich hätten die beiden liebestollen Urbarbaren diese immense Aufgabe niemals alleine geschafft. Und so entwickelte sich eine Art Gruppendynamik, wo Freunde und Bekannte der beiden mit auf die Jagd ging, um ihnen bei der Fleischbeschaffung zu helfen. Mit der Zeit wurde es natürlich immer schwieriger ein Mammut zu finden, da im eigenem Jagdbereich schon lange keins mehr zu finden war. Selbst die Mammutaltenheime waren nun verweisst und frisches Rüsselfleisch schon lange Mangelware. Das Schicksal nahm seinen lauf und eine folgenschwere Wende. Eines Tages also kamen beide nach einer mehrwöchigen Mammutjagd zurück zu ihren Höhlen, dass letzte noch ehemals lebende Urtier im Schlepp und die junge Dame schon im dritten Monat schwanger von einem anderem Urzeitjäger. Der Vater besagter Dame beschloss nämlich nach dem es kaum noch Mammutfleisch mehr gab, seine Essgewohnheiten in Punkto Fleisch auf Säbelzahntigersteak um zu stellen. Positiver Nebeneffekt für ihn und die Gemeinschaft, alle trugen nun ein Tigerfell als Bekleidungsstück. Am Schluss sassen beide besagte Mammutjäger mit hängendem Speer vor ihren Höhlen und teilten sich das letzte auf dieser Welt erlegte Urmammut. Die bis an die Knöcheln behaarte Steinzeitschöhnheit zog in die untere Höhlenstreet zu ihrem Säbelzahnjäger und begründete mit ihm eine Dynastie von zukünftigen Tierschützern. Auf diese Art sollte nie wieder wegen einer Frau eine Tierart aufgefressen, zumindest ausgerottet werden. Da es aber auch heute keine entsprechenden prähistorischen frei rum laufenden Felle mehr gibt und besagte Pelzfüllung, also die Säbelzahntiger auch der Geschichte angehören, tragen viele Damen heute halt leider aus besagten Balzzgrund der Männer einen Nerz, oder andere Tierexoten als Zeichen ihrer Urfraulichen Weiblichkeit. Ja. So war das damals also. Zumindest könnte es sich so zugetragen haben. Ich meine mit der Gruppendynamik. Und wer seine berechtigten Zweifel an meiner These hat, sollte es mal selber versuchen und seinen Gedanken für eine Stunde Ausgang geben. Mal schauen was dabei alles raus kommt. ;-) rolf

Kommentare:

  1. Lieber Rolfi, zum Glück weiss ich, das du solche tollen Geschichten wie diese hier nicht zu Balzzwecken einfängst, sonst wären sie wohl bald mal ausgestorben :-)
    Angekommen ist sie trotzdem und haben mich an ältere zu solchem Zwecke erinnert. Mit dem Unterschied, dass diese hier alle bisherigen übertrifft. Ich bin begeistert! Rausnehmen, irgendwo einschicken, bitte.

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  2. Sie macht mich jetzt echt verlegen. ;-) Aber ich komme im Augenblick mit deiner Seite und der anderen Sache nicht recht weiter, brauchte ein wenig "Ablenkung". ;-)
    Werde also eine Kopie an das "Lektorat" mal senden? ;-)

    Lg rolf

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  3. Ich nehme dich beim Wort und komme jetzt aber auch hoch. Ist schon spät und deine Seite will immer noch nicht wie ich es gerne hätte und von ihr erwarte... :-(

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  4. hast du dir mal "Kurz"texte zu veröffentlichen? Man man, was du auch immer wieder raushaust und bei deinen meisten Theorien könnte es sich auch glatt so zugetragen haben. Damit könnte man bestimmt reich werden ;-)

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  5. Guten Morgen Laila.


    Natürlich hat es sich so zugetragen. Na gut. Fast. Oder besser, es könnte ja unter Umständen vielleicht wirklich so oder ähnlich abgelaufen sein. ;-) An entsprechenden und anderen Geschichten und sogar „noch“ Ideen mangelt es hier bei mir nicht. Aber nicht immer ist die Zeit für solchen „Unsinn“. ;-) Mal schauen.

    Wünsche kamen ja an wie ich lesen konnte. ;-) Also schönes WE euch beiden.


    LG rolf

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