Freitag, 30. April 2010

Wonnemonat Mai...

Ah ja. Morgen endlich ist es wieder soweit und der Wonnemonat Mai wird uns mit seinem einschmeichelndem Wetter, den sanftmütigen Frühlingsdüften und den bis in Aquarelltönen bezaubernden Farben wieder verwöhnen. Er wird am frühen Morgen, wenn die Tautropfen auf den Wiesen und Spinnennetzen in den ersten Sonnenstrahlen noch goldglänzend schimmern, und die Baumbewohner zu ihrem allmorgendlichen Begrüssungskonzert anstimmen, uns mit seiner klaren und frischen Luft, sicherlich zu einem Morgenspaziergang verführen wollen. Ah ja.... Komm lieber Mai und mache, die Bäume wieder grün und lass uns an dem Bache….. , Moment bitte. Morgen ist der 1.Mai? Oh. Das ist doch auch der internationale Arbeiter und Kampftag. Das heisst, dass morgen weltweit Maikundgebungen statt finden werden. Das heisst aber auch, dass es wieder Menschen geben wird, welche den Sinn jener „friedlichen“ Demonstrationen nicht nur falsch interpretieren werden, sondern auch für ihre Zwecke missbrauchen. Ich denke hierbei vornehmlich an die Krawallaufmärsche der letzten Jahre in Berlin, wo es jedes Jahr in den Abendstunden zu Randalen und entsprechenden Ausschreitungen in grösseren Umfang kam. Wo gewaltbereite „Menschen“ aus den verschiedensten Szenen aus Berliner Strassen eine Art Untergangsszenario veranstalteten. Staatsgewalt gegen Autonome. Es geht hierbei schon lange nicht mehr um eine friedliche Konfrontation und Darlegung, es geht nur noch um Gewalt und Gewalt. Es erschreckt einen wenn man sieht, wie viele junge Menschen immer mehr jedes Jahr bereit sind, an dieser Art der Machtdemonstration ihren angestauten Frust und teilweisen Hass gegenüber dem Staat Ausdruck zu verleihen. Mit Vernunft hat dies nichts mehr zu tun. Auch wenn der Staat gerade durch seine Politik in den letzten Jahren im besonderen, eine entsprechende Mitschuld an diesen gewalttätigen Ausschreitungen trägt, so heisst das noch lange nicht, dass egal welcher Richtung und Szene jene Radikalen angehören, dies eine Lösung der Probleme bedeuten. Gewalt erzeugt in den meisten Fällen immer wieder Gegengewalt. Und so wird es auch dieses Jahr wieder sein. Der berliner Innensenator Ehrhart Körting von der SPD geht nicht nur von einer der schlimmsten Maidemonstrationsnächten der Berliner Geschichte aus, er verweist auch darauf, dass sich nach einer fast fünf jährigen Pause, die Neonazis mit fast 3000 Demonstranten angekündigt haben. Es wird also zu entsprechenden gewaltkräftigen Ausschreitungen zwischen der links gerichteten und der Neonaziszene kommen. Es wird also nicht „nur“ wieder randaliert, Schaufensterscheiben eingeschlagen und Autos angezündet werden, es wird wieder Blut fliessen. Über 6000 Polizeikräfte will der Innensenator Berlins für jenen Aufmarsch bereit stellen. 6200 Frauen und Männer welche wieder ihr Leben riskieren, nur weil es am Ende die Politik an sich immer noch nicht verstanden auch eine entsprechende jugendfreundliche Politik zu praktizieren. Weil die deutsche Regierung es bis heute immer noch für nötig hält, verstärkt auf das Imago nach aussen hin zu arbeiten, als endlich sich konsequenter um die Lösung der entsprechenden innenpolitischen Probleme zu kümmern. Und dazu gehört nun einmal auch die Jugend. Und wie jedes Jahr, wird man am nächsten Tag jener Ausschreitungen sich die Wunden lecken, analysieren, Schuldige für Fehler suchen und zurück zur Tagesordnung übergehen. Mich wundert es nur, dass es bisher noch keine Todesopfer bei diesen Ausschreitungen in den letzten Jahren gab. Wenn man sich die Bilder noch vor Augen hält, mit welcher Brutalität und Gewaltbereitschaft jene Randalierer vorgingen, so wird einem sicherlich auch klar, wie erschreckend hoch die Auseinandersetzungen dieses Jahr sein werden, wenn Linke und Rechte aufeinander stossen werden. Es werden wie gesagt diesmal mit Sicherheit nicht nur Pflastersteine fliegen. Letztes Jahr gab es offiziell „nur“ 479 verletzte Polizisten. Wer wird dieses Jahr bei jenen sinnlosen Ausschreitungen der nächste sein, oder gar in Erfüllung seiner Pflichten wie es immer anschliessend lapidar heist, den 2. Mai nicht mehr erleben? Ich war zu DDR Zeiten selber bei einer Polizeibereitschaft meinen Grundwehrdienst ableisten. Ich weis was in solchen Konfliktsituationen auch in den Köpfen vieler jungen Beamten rumschwirrt. Es ist auch sehr viel Angst mit dabei. Am Ende geht es dann „nur“ noch um ihn oder dich und dein Leben. Ich habe in der Hinsicht wirklich Angst um jene Menschen. Egal auf welcher Seite der Barrikade sie gerade stehen. Viele können in solchen Momenten gar nicht ab und einschätzen was sie da wirklich tun. Es ist wie ein Rausch, deren Ernüchterung in den meisten Fällen zu spät kommt und um so schmerzlicher sein wird. Ich kann nur hoffen, dass es dieses Jahr auf allen beteiligten Seiten dennoch Besonnenheit geben wird und am nächsten Morgen jeder relativ gesund den 2. Mai in seiner Pracht unter den lebenden begrüssen kann. Dennoch wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieser Seite einen wunderschönen Start in den Wonnemonat Mai. Komm lieber Mai und mache, die Bäume wieder grün…… r.g.belle

Kommentare:

  1. Lieber Rolf

    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Start in den Mai.
    Hoffen wir das es es überall ein wenig friedlicher zugeht, hoffen darf/kann man ja noch ;-)

    Hier kündigt sich zum Mai die Apfelblüte an, einfach nur schön :-)
    http://silvis-fotoecke.over-blog.com/article-apfelblute-49546103.html


    lg Silvi

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  2. Das liebe Silvi, wünsche ich euch auch natürlich. und das dir nie die Motive ausgehen. ;-) Das hoffe ich jedenfalls für dich. :-)


    LG rolf

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  3. Du hast da einen sehr klugen Artikel geschrieben, ich stimme dir in allem zu...
    Wenn man etwas verändern will, sollte man es mit Gehirnschmalz tun und nicht nur dümmlich Sachen zerschlagen oder anzünden...Damit verändert man GARNIX...
    LG

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  4. Lieber Rolf, wenn man mittendrin steckt, dann sieht man die Dinge natürlich mit anderen Augen als von außen. Aber sag, wie viele Jahre ist das her, dass du bei der Polizeibereitschaft warst? Ich meine, ist das jetzt wirklich ein Indiz dafür, dass die Jugend heute gewalttätiger ist als früher? Ich weiß es jetzt noch gar nicht, ob es irgendwo Ausschreitungen gegeben hat, Zeitung gibt's erst morgen. Aber ganz grundsätzlich wundert es mich nicht, dass junge Leute auf die Barrikaden steigen. Mich wundert es eher, dass sie das nicht viel öfter und intensiver tun, wird doch gerade die junge Generation heute um ihre Zukunft betrogen. Bei immer weniger vorhandener Arbeit sollen sie immer länger arbeiten, und das für weniger Geld, falls sie das Glück haben, einen Job zu ergattern, Sicherheit gibt es nicht mehr, die beste Ausbildung nützt auch nichts mehr. Was die Politik (in Deutschland wahrscheinlich gleich wie in Österreich) tut, ist, die Generationen gegeneinander auszuspielen. Wirklich, es wundert mich, dass die Jungen so friedlich sind.
    Dennoch einen schönen Wonnemonat wünsche ich!
    Liebe Grüße von Margot

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  5. Guten Morgen Sica.

    „Denken was wahr, fühlen was schön und wollen was gut ist, darin erkennt der Mensch den Sinn des wahren Lebens…“ Das soll mal Plato gesagt haben.

    Hat nix von seiner Aussage verloren denke ich. Aber bis zu dieser Erkenntnis, ist es dennoch für alle ein weiter Weg. Wer weis was zu seiner Zeit die Jugend an sich nicht nur für Weltveränderungsvorstellungen hatte, sondern sie auch versuchte um zu setzen? Wir wissen auch nicht genau, wie gerade jene „Denkerjugend“ von damals ihren Unmut freie Luft lies. Vielleicht „zündelten“ sie damals schon Eselskarren an und schubsten Weinamphoren auf die Strasse, ehe der Prozess des Nachdenkens und der Vernunft auch bei ihnen einsetzte? ;-) Wir wissen es nicht. Wir wissen nur wie es heute ist und können uns mit dem Resultat jener „Wutäusserungen“ nicht abfinden, geschweige denn anfreunden. Wir sind nicht bereit jene Konfliktsituationen vielleicht sogar als Spiegelbild unserer eigene Vergangenheitsentwicklung zu sehen. Vielleicht würde es ja schon helfen, wenn wir versuchen wenigstens ein wenig Verständnis für jene Generation auf zu bringen. Und aufbauend auf dieses Verständnis, nach entsprechenden Lösungswegen suchen? Mit Gewalt, dass wissen wir, erreicht man wirklich nichts. Im Gegenteil. Also sollten gerade die Politiker, welche ja die Möglichkeiten dazu am besten haben, sich mit jener Junggeneration an einen tisch setzen, zuhören, die anderen auch einmal ausreden lassen und nicht nur alles unter den wirtschaftlichen Aspekten sehen. Die junge Generation besteht auch nur aus Menschen und lässt sich nicht als eine Vektorgrösse berechnen, um in entsprechende Gut oder Böse Statistiken ein zu binden. Wirt leben nicht nur gemeinsam hier, sondern werden es auch noch ne Weile hoffentlich auch so erleben. Am Ende ergeht es der heutigen Jugend ja morgen nicht viel anders, wie es uns heute ergeht. ;-) Ich denke jedenfalls, dass auch zu solchen Konflikten immer zwei gehören und es nicht nur an einer Seite liegt. Zumal ja zum Glück nicht die ganze Jugendgeneration ihre Frustbewältigung in aggressiven Machtspielchen sucht und auch findet.

    Danke fürs Kommentieren und auch dir noch einen wunderschönen Sonntag.


    LG rolf

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  6. @ Margot. Liegt, oder lag wahrscheinlich eindeutig an der Länge meiner Antwort. Sorry also bitte, wenn ich einen eigenständigen Artikel daraus gemacht habe. Vielleicht ist es ja nun auch eine "Gesprächsgrundlage"? ;-) Jedenfalls darf ich in Zukunft keine grosse Tasse Kaffee und eine Entspannungszigarette dabei geniessen. So werden vielleicht die Antworten auch wieder kürzer. ;-)

    Danke fürs Reinschauen und nochmals einen schönen Restsonntag.

    LG rolf

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  7. Wenn ich an meine Jugend denke... bin ja Baujahr 53, also schon ziemlich lange her aber noch gut in Erinnerung ...damals gab es die RAF, die Studentenkrawalle, wo Pflastersteine flogen, die Polizei bei Krawallen Wasserwerfer einsetzte und Benno Ohnesorg ums Leben kam. ...
    Ewiger Kreislauf?

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  8. Ja xammi. Die Zeit vergeht in Bezug auf den eigenen „Anfang“ ziemlich schnell und auch oft ereignisreich. Ich sagte ja auch schon an anderer Stelle, dass die Probleme an sich die selbigen geblieben sind, sich wahrscheinlich nur die entsprechenden Interpretationen und Methoden geändert haben. Deswegen denke ich schon, dass man von einem Kreislauf an sich, zu mindest von einer gewissen Abfolge von Ereignissituationen sprechen kann. Es wird immer Weltverbesserer und auch anders denkende geben. Und es wird auch immer wieder Menschen geben, die der Meinung sind es nicht nur besser machen zu können, sondern es auch machen zu müssen. Es wird immer wieder „Typen“ geben, welche gerade in der Hinsicht ihre Meinung und Thesen einen gewissen anderen „Flair“ und Geschmack bemengen müssen, die eine Änderung halt nur in der Gewalt sehen. Das meinet eich eigentlich mit Kreislauf und entsprechender Wiederholung an sich. ;-)

    Dir aber dennoch einen wunderschönen Restsonntag. ;-)


    LG rolf

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