Donnerstag, 3. September 2009

Wiederholungstäter

Ähm ja. Also laut meiner letzten aus sicherer Quelle erhaltenen Information, soll ja in fast drei Monaten sich Weihnachten wiederholen. Das wäre in meinen Augen auch nicht weiter schlimm und auf Grund der Kontinuität jener Wiederholung auch keine Anmerkung wert. Aber es gibt einen frei lebenden Volkstamm in fast und unmittelbarer Nachbarschaft von hier, also quasi „Anstösser“, welche vor diesen wirtschaftlichen und konsumellen wichtigen Tannenbaumfest, sich mit ihrer Heuernte schon seit ein paar Generationen dazwischen mogeln. Richtig. Die Rede ist nicht nur von den allen so „beliebten“ Bayern, sondern auch von ihrer Wiesen. Die sollte ja in ein paar Wochen oder so über den Biertresen laufen. Und zwar in Strömen wie mich auch gerade meine Leber daran erinnert. Nun gut. Die sollen ihren Spass von mir aus haben. Ich hatte und habe ihn jedenfalls jedes Jahr, wenn ich an meine Erlebnisse von diesem „Grosssaufereignis“ denken muss. Aus diesem Grund entstand auch folgendes Gedicht. Es ist wie gesagt schon ca. 3 Mal in allgemeiner Runde gelesen wurden, hat aber auf Grund seiner Aktualität nichts an entsprechender eingebüsst. Aktualität meine ich natürlich. Und so lange wie mich nach 18 Uhr kein noch einigermassen gerade laufender Bayer vom Gegenteil überzeugen und verständlich ansprechen kann, bleibe ich bei meiner Behauptung und Meinung, dass sie…. aber lest am besten und bildet euch selber was darauf ein. In diesem Sinne noch einen entsprechenden Start ins kommende Wochenende. Und an alle die, welche zu diesem Bierschaumgerülpse vielleicht mit dem Wohnmobil dahin fahren möchten, sollten sich vorher bei mir melden. Ich kann ein paar prächtige und kostengünstige Tipps geben, nicht auf dem Strassenstrich zu landen. Ich meine natürlich zu parken. Und Leute…, ich weiss von was ich im Nachhinein hier noch schwitze. 

LG rolf  



Bayrische Wiesenkultur  



Einmal im Jahr - will er geniessen. 
Drum geht der Bayer, auf seine Wiesen. 
In Seppelhose und Gamsbarthut,
trinkt er sich an, den ersten Mut. 

Um 12 Uhr dann, der nächste Gang, 
der bayrisch Mann, am Bratenstand. 
Mit süßem Senf, und weißer Wurscht, 
stillt er den Hunger, erhöht den Durscht. 

So zwischen drei und kurz vor vier,
im Wiesenzelt das zehnte Bier. 
Bei Alpenband und Schellenklang, 
der Kopf schon teigig, 
der Bauch ganz krank. 

So gegen sechs, die Stimmung toll,
der Bayer blass, am Ende voll. 
Mit Schritten wie ein Elefant, die Hände tastend an der Wand, 
erreicht er kläglich, aber froh, 
zu guter Letzt das Bierzeltklo. 

Nicht mehr ganz klar – doch kennt sich aus. 
Was oben rein, muss unten raus. 
Was Nierenspüllung nicht ganz schafft, 
sucht sich nen Weg, mit letzter Kraft. 

Die deutsche Eiche, aus tiefstem Bayern, 
man sieht ihn spucken, und hört ihn reihern. 
Die Äuglein - liebkosten grad das „Maß“, 
vom Drücken schmal, am Rande nass. 

Wie ein Iltis, nicht mehr ganz frisch, 
zurück im Zelt, an seinem Tisch. 
Ne Bretzel, Radi muss noch sein, 
noch zwei drei Maß, dann geht´s erst Heim. 

Und nächstes Jahr gibt´s keine Frage, 
Kultur muss sein, auch Wiesentage.

Kommentare:

  1. Vorher gilt's, noch unbedingt sein Bayrisch aufzufrischen:
    Bas auf, dass da dai Rozgloggn ned d'Fias obschlogt. -> Gib acht, deine Nase läuft stark.
    Mogst a fozn!? -> Willst Du eine Backpfeife? oder
    I kimm ned auf der Brennsubbn daher. -> Ich bin doch nicht blöd!
    Bis demnächst, Rolf! Steven

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  2. „O'zapft is!“ … also bald wieder, na denn Prost! Dieses Feucht-fröhliche Spektakel habe ich bisher noch nicht erleben und durchleiden dürfen/müssen. ;-) Da ich es mir aber genau so vorstelle, ist eben diese Vorstellung auch mehr als genug. Da heißt es nicht nur „Hoch die Tassen“, sondern auch „Achtung tieffliegendes Brathendel“, wenn es sich auf rückwärtigem Weg seines Verspeisers entledigt, oder er sich des geflügelten Freundes… wie auch immer! ;-) Prost Mahlzeit!:-);-)

    Ich bin jetzt an dieser Stelle mal ganz unverschämt und mache Werbung für meine „alte Heimat“, Rolf, du wirst mir verzeihen! ;-)
    Vom 11.09. – 15.09. 2009 ist Pützchens Markt! Pützchen ist ein rechtsrheinischer Stadtteil im Osten von Bonn, wo sich um das Jahr 1000, angeregt durch Wallfahrten zum Brunnen der hl. Adelheid, zum ersten Mal Händler und Gaukler zu einem Jahrmarkt einfanden. Schnell wurde daraus eine alljährliche Tradition und Pützchens Markt entstand. In Kriegs- und Cholerazeiten gab es keinen Jahrmarkt. Dieses Jahr ist die verbürgte 642. Auflage des Marktes, der sich in den letzten Jahrzehnten zu modernen Kirmestreiben wandelte, aber immer noch einen kleinen Teil, nahe der Adelheidiskirche ein traditioneller Händlermarkt ist.
    Pützchens Markt ist „die“ Kirmes im Rhein und Sieg Kreis! Wem es also nach Karussells und Bierzelt gelüstet, aber etwas nördlicher als der Weißwurstäquator beheimatet ist, kann sich auch dort vergnügen.
    Liebe Grüsse! Steffi

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  3. Gegen die Wiesen ist ja nix zu sagen - kann man sich wenigstens anständig die Kante geben!
    Das sage ich - eine zünftige Saupreußin!
    Weihnachten liegt mir da schon schwerer im Magen - nicht nur wegen der obligatorischen Weihnachtsgans!

    Ergo: Dieses Jahr gibt's keine Frage,
    vor allen Dingen Wiesentage!

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  4. Ja ja, lieber Rolf, so ist es. Auch wenn Weihnachten schon praktisch da ist, na ja, die 3 Monate und 20 Tage sind ja flux vorbei (Jetzt weiß ich endlich warum es Fluxkompensator heißt :-) ), so mogelt sich doch noch das eine oder andere Ereignis dazwischen. ;-)

    Das Gedicht ist köstlich und obwohl ich noch nie auf er Wiesn war, glaube ich jedes Wort davon. ;-)

    Liebe Grüße,
    Martina

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  5. Das ist er - der typische Bayer. Zwar kenn ich keinen Bayer persönlich, aber so stell ich ihn mir vor. Allerdings hab ich mal vor einem Jahrzehnt Urlaub in Bayern gemacht, und da gab es wirklich hübsche Kerle, die in ihren Lederhosen richtig knackig aussahen, und schlank waren sie auch...
    Aber der Grund für das eimerweise Saufen des Bayern auf Biergartenfesten ist wohl, dass das bayerische Bier so dünn ist, ist wohl mehr Wasser drin als sonstwas, und der Bayer will sich unbedingt besaufen..Das ist natürlich schwierig, sich mit Wasser zu besaufen.
    Eigentlich können sie einem leid tun, die Bayern, nicht mal anständiges Bier haben sie und der Seehofer kommt auch von da...
    LG

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  6. Poesie in Reinkultur, lieber Rolf! Großartiges Gedicht! In Sachen Wiesen kann ich nicht mitreden, da ich Nichtbiertrinkerin bin und solche Veranstaltungen meide. Jedoch kann ich berichten, dass ich nach 18:00 Uhr einmal in München von jemandem angesprochen wurde, der ganz eindeutig nüchtern war. Im Lauf des Gespräches hat sich dann aber herausgestellt, dass er ein Wiener war.
    Liebe Grüße von Margot

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  7. @Steven. Welch eine freudige Überraschung einen kochenden Oberbayer?... bei mir zu lesen. Oder doch lieber Franke?  Ich glaube die Sprache und der Dialekt spielen nach dem dritten Mass – oder hiess das gar Koben? – keine Rolle mehr. Wer es bis dato nicht schaffte die Bayrische Urgewalt nur halbwegs vernünftig zu verstehen, hat dann allerdings keine Chance mehr dazu. ;-)
    Danke fürs hier Kommentieren.

    LG rolf


    @Fröschel. Einmal durfte ich sie und einmal musste ich sie erleben. Wahrscheinlich ist das der Grund, wieso ich nicht so darauf stehe. Beim ersten Mal konnten mich anfangs die Fahrgeschäfte und das kühle Nass in den Eimern noch begeistern. Beim zweiten Mal war es nur Stress und wahrlich kein Vergnügen. Und es stimmt zu 99% jedes Wort oben in meinen Zeilen. Liest sich zwar aus der Distanz und vielleicht auch nicht gerade lecker, aber aus der Nähe betrachtet ist es ein noch unschöneres Erlebnis. Und worin besteht ausser vielleicht der Grösse der Trinkgefässe, zwischen dem Bonner und dem Münchner Fest? ;-) Danke fürs vorbei trinken hier.

    LG rolf

    @Anna. Nö. Gegen den Grundgedanken des Festes selber ist hier auch nichts ein zu wenden. Aber wie bei vielen anderen solchen Festtimitäten, geht es ja erst meistens abends richtig los. Zumindest draussen. In den Zelten selber, rotieren ja schon z.T. früh die Biertrommeln. Keine Ahnung wie das mit dem entsprechendem Grinsen, all die Bayrischen Bier Maidl so aushalten. Aber ich höre aus deinen Worten schon so ein gieriges Wiesenklucksen aus deiner Kehle? Kann das sein? ;-) Danke fürs Glas halten hier.

    LG rolf


    @Mamü. Du kannst mir Bitteschön jetzt beruhigend und so glauben. Es ist am Ende sicherlich auch für viele Gäste vielleicht die Hölle. Für die aber die dort arbeiten müssen, sicherlich kein Vergnügen. Aber ich denke einmal im Leben sollte und muss man das auch so erlebt haben. Ich habe es ja gleich für zwei Leben geschafft. Sollte eigentlich reichen. ;-) Ich danke dir fürs durstige Lesen und Kommentieren.

    LG rolf

    @Sica. Knackige Bayern? Von welchem Stern kommst du denn gerade? Ich wollte ja nicht „Trip“ sagen.  Aber gut. Das war ja vor 10 Jahren wie du gestehst. Das mit dem Seehofer gebe ich dir Recht. Das mit dem Bier muss ich, auch wenn es jetzt etwas schwer fällt, die Bayern in Schutz nehmen. Denn von „Dünnbier“ kann auf der Wiesn keine Rede sein. Könnte aber auch an der Menge gelegen haben, welche sich beim ersten Mal auf unerklärliche Weise in mir ansammelte. ;-) Danke fürs verständnisvolle Kommentieren.

    LG rolf


    @Margot. Ich trinke ja normaler weise auch kein Bier. Und schon gar nicht in Unmengen. Aber ich habe doch gesagt, dass es gerade zu den Wiesn sehr, sehr, sehr schwer werden könnte, einen vernünftig artikulierenden und nüchternen Bayern an zu treffen. Na ja. Und angeschwemmte Wiener Würstchen zählen ja eh nicht. ;-)
    Danke dir fürs Bierglas zur Seite stellen um hier kommentieren zu können. ;-)

    LG rolf


    Ich danke euch allen, welche mich auf meiner „kulinarischen“ Kurzreise nach München begleiteten. Ich hoffe ihr konntet einiger massen dabei nüchtern bleiben. Wünsche allen auf jeden Fall noch einen guten Wochenstart.

    LG rolf

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