Samstag, 15. August 2009

Die Museumskantine

Bei etwaigen Ähnlichkeiten oder ähnlichen Zufälligkeiten der hier benannten, oder nur an die gedachten "ähnlichen" Persönlichkeiten, bitte meinen Arzt, Apotheker oder deren Therapeuten befragen. Ich habe keinen Schimmer von nichts. Mit freundlichen Zwischengrüssen euer rolf Die Museumskantine Früh morgens um 10 Uhr in Deutschland. Eine Schulklasse mit unruhigen Schülern wandelt durch die Ausstellungsräume eines Museums. Einige von ihnen sind überall, nur nicht bei den Erklärungen ihrer Kunstlehrerin Fräulein Mayer. „Und hier sehen wir eines der eindrucksvollsten Gruppenbildnissen aus der Zeit des Barockes. Kann mir vielleicht jemand sagen, von wem dieses wundervolle Gemälde stammt?“ Dabei zeigte Fr. Mayer auf das alte Gemälde hinter sich. „ Das ist die Nachtwache von Rembrandt das er 36 jährig 1642 als Auftragsarbeit für die Gilde der Büchsenmacher anfertigte.“ Dabei nahm Steffanie ihren Katschgummi aus dem Mund und warf in zielsicher in den 6 Meter entfernten bereitstehenden Papierkorb. “Er lebte übrigens von 1606 -1669“, gab sie noch zum Besten und schlenderte ziemlich „gleichgültig“ an den Jungs ihrer Klasse vorbei. „Super Wurf Steff. Wenn du keine solche Zicke und zudem noch ein Junge wärst, könntest du direkt bei uns in der Basketballmannschaft mitspielen.“ Gab Jörg staunend von sich. „Euch würde ich windelweich werfen. Für dich übrigens immer noch Steffanie du Heini“, zischelte sie zurück. „Jürg. Das war jetzt ein ziemliche unqualifizierte Zwischenbemerkung zu dieser hervorragenden Bilderaussage von Steffanie. Das war natürlich richtig und sehr gut formuliert. Dafür bekommst du eine glatte 1 Steffanie.Das nächste MAl aber doch bitte lieber ohne Kaugummi. Ja?“ „…Ö. Da gehört ein „Ö“ hin, kein „Ü“. Ich heisse Jörg und nicht Jürg. Fräulein Meier mit ay!“ Der Rest der Klasse brach in Gelächter aus und unsere Fräulein ay wurde rot im Gesicht. „…ja natürlich. Entschuldige bitte, Jörg.“ Um ihre Verlegenheit zu unterdrücken, wollte sie natürlich im entsprechendem Unterrichtsstoff weiter machen und etwas genauer auf das Gemälde von Rembrandt eingehen. Sie wand sich wieder dem Bild zu und fuhr mit ihrer Schulmeisterstimme fort. „Rembrandt war wie Steffanie schon erwähnte damals 36 Jahre alt als er das….“ „…gibt’s hier auch sowas wie ne Toilette? Ich muss mal.“ Die Klasse musste natürlich über so viel Darmdrang des Klassenkaspers wieder herzhaft lachen. Jörg schaute dabei wie ein kleines unschuldiges Kaninchen sein Fr. Mayer an. „ Wenn ich solche alten Schinken sehe, muss ich an Essen denken.. Wenn ich aber ans Essen denken muss, bekomme ich Hunger. Und wenn ich Hunger bekomme meldet sich mein Bauch.“ Dabei zog er den für sein Alter etwas zu gross geraden Vorbau ein. „Und wenn sich mein Bauch so meldet, heisst das, dass ich unbedingt schnellsten auf eine Toilette muss.“ Um sein entsprechendes Anliegen zu untermauern, verzog er krampfmässig sein Gesicht und hielt die Hände über Kreuz an der entsprechenden Stelle, die seinen Verdauungstrakt vermuten liess. Wie zum Beweis wie ernst es ihm mit seiner Aussage sei, „furzte“ er sichtlich erleichtert über seine Anstrengungen, laut und hörbar in den Ausstellungsraum. “Der war sicherlich mit Schmackes“, gab Jürgen, Jörgs Busenfreund von sich. „Aber Fr. Mayer. Einige von uns haben auch Hunger. Ausserdem wenn ich mir noch länger diesen Holzrahmen hier anschaue, der mich an ein wunderschönes und saftiges Baguette erinnert…..“ Der Rest des Satzes ging in das Geschnatter der anderen Klassenschüler unter. Jeder verspürte nun plötzlich das Verlangen nach etwas Essbarem, oder den unwiderstehlichen Drang nach den Toilettenanlagen. Fr. Mayer musste erkannt haben, dass sie gegen so viele hungrige und durstige Kunstbanausen keine Chance mehr hatte. Stumm zeigte sie nur mit der ausgestreckten Hand in Richtung Ausgang, wo sich ein Hinweisschild als Orientierungshilf zur Museumskantine befand. Als alle Schüler den Ausstellungsraum schon längst in Richtung Kantine verlassen hatten, drehte sie sich wie zur Entschuldigung noch einmal zu dem Selbstporträt Rembrandts um, welches am anderem Ende des Saales sie vorwurfsvoll anzustarren schien. Mit einem tiefen Seufzer, eilte sie nun ihrer Klasse hinterher. Kurz darauf.... „Hast du gehört, was der eine dicke Bursche zu dem anderem Fettsack gesagt hat?“ War eine unsichtbare, leise Stimme zu vernehmen. „Logisch“, gab eine andere Stimme von sich. „Er bekam beim Anblick des Bilderrahmens richtigen Hunger. Und wenn ich ehrlich sein soll, läuft mir auch schon das Wasser im Maul zusammen, wenn ich diesen köstlichen Rahmen so vor meinen Beisserchen noch länger ertragen muss. Ich würde sagen wir sollten uns langsam auch um eine leckere Zwischenmahlzeit kümmern.“ Dabei schielte jene Fistelstimme ständig zu Rembrandts Nachtwache. Die zwei wollten sich schon Schnurstraks in Richtung jenes Bildes zu bewegen, als sich plötzlich eine dritte, kaum hörbare Stimme bei ihnen meldete. „Eh Jungs. Das würde ich mal lieber bleiben lassen, wenn euch euer Leben lieb ist.“ Die zwei angesprochenen blieben wie vom Blitz getroffen stehen und schauten ruckartig in die Richtung aus der sie gerade jene nur für sie hörbare Lautäusserung wahrgenommen hatten. „Die alten Meister sind dermassen mit der chemischen Keule konserviert wurden, das euch ein LSD Trip, wie ein Tagesausflug erscheinen würdet. Nur mit dem Unterschied, dass ihr von diesem wieder zurück kommt.“ Dabei sprang die dritte Stimme von Albrecht Dürers „Porträt der Barbara“ den zweien wie zur Salzsäure erstarten, genau vor die Füsse und schob einen selbstgebastelten Zahnstocher zwischen seine Kauwerkzeuge. Mit der anderen freien Hand deutete er hinter sich auf das Bild. „Ist nicht unbedingt meine Stilrichtung. Ziemlich alt und geschmacklos. Ich meine das Holz, nicht unbedingt die Frau. Wobei...?" Dabei drehte er sich noch einmal zu jenem Gemälde um und besah es sich etwas genauer. "Ach nee. Ausserdem hatte mein Urururgrossopa schon fleissig an dem Ding rum genagt. Jetzt ist es wie alle Bilder hier im Saal gegen uns geschützt. Du hast als Holzwurm hier absolut keine Chance“, sprachs und stellte sich einfach zwischen die beiden anderen Holzwürmer. Dabei legte er seine nun freien zwei Hände ihnen auf die Schulter und sagte:“ Wenn ihr wirklich was Gutes und köstliches zum Nagen haben wollt, zeige ich euch, wo es noch leckere Bilderrahmen zum Nulltarif gibt.“ Sprachs und latschte vor sich hin Pfeiffend in Richtung Saalausgang. Dort drehte er sich noch einmal zu den beiden immer noch sprachlosen anderen Holzwürmern um. „Was ist nun. Zur Museumskantine geht es hier lang.“

Kommentare:

  1. Hi Rolf!
    Kulturelle Ausflüge mit der Schulklasse sind immer wieder ein Erlebnis besonderer Art - besonders für das Lehrpersonal!
    Natürlich ist es eine Herausforderung für den Pädagogen, den Kindern Kunst & Künstler an das junge Herz zu legen. Wenn man genügend Humor besitzt und sich nicht allzuschnell aus der Fassung bringen lässt, klappt es sogar gelegentlich!

    Ein kulturell hochgenüssliches Wochenende wünscht Dir Anna

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  2. Hallo Anna.


    davon kann ich dir auch ein Liedchen singen. Letztes Jahr im Frühjahr, war ich als Begleitperson für fast eine Woche mit einer Schulklasse zu einer Bildungsreise über die ollen Römer in Basel unterwegs. Neben dem "sittenstrengem" Aufpasser, war ich auch noch "etwas" für das weibliche, oder heisst das doch leibliche Wohl, jedenfalls für die entsprechende NAhrungszubereitung und Aufnahme mit verantwortlich. Eh das war ein Spass der ersten Kajüte. Vorallem hatt die ganze Rasselbande, natürlich streng nach ihren biologischen Hormonen getrennt, im Heu genächtigt. War einfach super. ;-)

    Danke fürs hier reinschauen und dir ebenfalls eien entsprechende angenehme "Vorbereitung" fürs neue Schuljahr, sowie "toi, toi, toi". ;-) Ich vermeide jetzt einmal mit Absicht dir dabei "sachte" über die Schulter zu spucken. das macht man ja normal am Theater bei der Uraufführung am Anfang. Übelste "Spuckerei" kann ich dir nur sagen. ;-)


    LG rolf

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  3. Ha, da hast du ja wieder eine super Geschichte zusammengeknabbert... warum bloss ist die nicht im Lektorat vorbeigekommen?

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  4. Darf ich die Museumsdirektion und deinen Arzt und Apotheker dann mal in den Konferenzraum bitten ……;-))))

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  5. Ach was für ein herrlicher Schulausflug ins Museum, da kann man sich vor Lachen vortrefflichst auf die Froschschenkel klopfen. ;-) Ich habe mich bei dieser Lektüre höchst (frosch-)königlich amüsiert !!! Habe aber unterschwellig dann auch erkannt, dass wer im „Glasblog“ sitzt nicht nach Yetis werfen sollte. ;-) ;-) ;-) :-)))
    Nur gut, dass evtl. Ähnlichkeiten rein zufällig sind und ich ja auch einen allerwelts Namen habe! Puh, da bin ich echt froh, denn diese Stefanie in der Geschichte ist ja eine furchtbar unsympathische Streberin, die direkt dem Lehrer antwortet. Das unterscheidet sich von meiner längst vergangen Schulrealität dann doch erheblich und schon gar nicht hätte ich mich da mit solchen Holzköpfen, nein Holzwürmern, na jetzt aber – mit solchen Bengels rumschlagen müssen.
    Solltest du doch irgendwie, quasi als Freud’sche Fehlleistung, beim schreiben ganz unbewusst an mich gedacht haben, muss ich mich wundern, dass ausgerechnet du auch nach der Wende noch für die Stasi aktiv warst, oder wie bist du sonst an meine Schulakten gekommen, um zu wissen, dass ich in der Oberstufe, als Sport leider nicht abwählbar war, aber man immerhin die Schwerpunkt Sportart wählen konnte, Basketball gespielt habe. Ja, lach du, aber im Schulsport auf einer Mädchenschule kann man auch mit 1,63 m Basketball spielen, aber „Korbleger“ sind dann doch eher „Korbwerfer“ von tief unten. ;-) Aber hier ist ja alles reiner Zufall, genauso wie mich die verfressenen Holzwürmer nur darin erinnern, dass ich unserem Esstisch noch mit Anti-Holzwurmmittel zu Leibe, bzw. zu Platte rücken muss. …aber ich kann nicht anders, als da noch an einen anderen Holzwurm zu denken, so ein großer bartstoppeliger, dem ich glaube ich nachher mal einen Holzwurm basteln werde…;-)
    Ich werde jetzt mal die hiesige Kantine, bzw. Küche aufsuchen grüsse dich an dieser Stelle also herzlich du wünsche noch einen schönen Restsonntag!
    LG steffi

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  6. @Dodo....weil "mein" Lektorat gerade auch selber an gewissen Korrekturen sass und ich auf diese Art und Weisse es nicht wieder einmal "Ablenken" wollte. Aber auf diese Art, trifft man sich doch auch mal in der Hinsicht wenigstens wieder einmal hier. ;-)

    rolf"vieh" ;-)


    @Froschschenkel"chen"....

    Wie deine Akte war das? Ups. Habe die 6 Ordner ohne Aufschrift auf einem Trödelmarkt in Wien erstanden. ;-) Wenn es für Kleinkinder und entsprechend zu kurz geratene "Kleinwurzeln" sogar Tischfussball gibt, wie so soll es da nicht auch Basketball für Menschen mit 1,62 m "Körpertiefe" geben? Man muss doch da nur von den Papierkörben den oberen Rand etwas abschneiten und schon kommen die auch ran. ;-) :-) :-) :-) Das nur zur "freudschen" Fehldenkleistung". ;-)
    Auch dir mein Dank fürs "Nichterkennen" und dennoch hier rein schauen ;-) , sowie noch einen schönen Holzwurm freien restsonntag. ;-)

    LG rolf



    PS: Wegen dem Tisch, würde ich es erst einmal vielleicht mit heissem Wasser versuchen, oder vielleicht sogar mit einer "Lötlampe". Ist auf alle Fälle ein "Biologischer" Tod. ;-) Die chemische Keule, könnte am Ende euch im wahrsten Sinne des Wortes sonst irgend wann im Halse stecken bleiben. ;-)



    Ich danke euch beiden fürs Reinschauen und Lesen.


    rolf

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  7. Liebster Rolf!

    Du darfst mir gerne über die Schulter spucken, denn...Glück kann man nie genug haben!

    Morgen werde ich unzähligen Kindern begegnen, deren Namen ich mir schnellstmöglich merken muss. Mir wird jetzt schon schwarz vor Augen, denn ich kann mir dieselben nur äußerst schlecht einprägen - null Namensgedächtnis!
    DA BIN ICH DER ULTIMATIVE LOSER!

    Kannst schon mal vorsorglich mit der Spuckerei anfangen!

    Einen dankbaren Gruß hinterlässt Dir Anna

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  8. Dafür mag ich Kantinene um so mehr, grins. Hattest gestern wohl zu viel Zeit, scheint mir, grins. Ist ne feine Geschichte!!! Jörg, Jürg, Jürgen....wie auch immer, lol

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  9. @Anna. Sorry. Mir ist leider gestern Abend gegen 23 Uhr die letzte Spucke ausgegangen. Aber wenn du nen Kaffee rüber sendest....? ;-)
    Jedenfalls denke ich mal das dein heutiger Tag "normal" verlaufen sein sollte. ;-)


    LG rolf


    @Balrog. Logo. Kunst ist ein Greul für dich. Aber dafür genau wissen wo die Futterkrippe zu finden ist. ;-)

    rolf



    @Demian. Da bin ich ja schon beruhigt. dachte du würdest dich über die Kulturbanausen von Holtwürmern aufregen. Aber sooooo..... . ;-)


    rolf



    Ich danke euch fürs hier erscheinen und Kommentieren.


    LG rolf

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  10. Das sind ja heutzutage völlig neue Töne im Museum. Wird Zeit, dass ich da mal wieder hin gehe, um so richt was zu erleben.
    LG Joachim

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  11. @Joachim. Ich glaube von mir sagen zu dürfen, das ich auch nur noch höchstens 2 MAl im Jahr mindestens in ein Museum komme. Leider. Allerdings einmal ist es dann aber ein Intensivkurs vom feinsten. Entweder zur alljährlichen "Museumsnacht" in Bern, oder wie letztes Jahr im Herbst, fast eine Woche Dresden. Man kann schon einiges Erleben, wenn man nicht nur Augen für die "Kunstlehrerin" hat. ;-) Versuche es doch mal. ;-)
    Danke fürs Reinschauen.

    LG rolf

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  12. Da schnurrt das Kätzchen in mir. Dich hätte ich auch gerne als Lehrer gehabt. Frau Mayer scheint ja auch nett zu sein, hat aber wenig Einfühlungsvermögen - typisch Pädagoge?

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  13. @xamantao. Ich tippe bei diesem "Kätzchen" eher auf einen ausgewachsenen stubentiger, welcher auch gerne mal die Krallen ausfährt? ;-) Ohje... ich und Lehrer. Ich glaube das es bei mir morgens immer ne Art "Fahnenappel" mit anschliesender "Rohrstockrunde" für die Hausaufgabenignoranten gegeben hätte, oder geben würde. Hinzu käme noch, dass jeder "fehlerfrei" und ohne auf nen Spickzettel zu schauen, wenigstens klar und deutlich, bis Hundert zählen müsste. natürlich auf Zeit. ;-) Immer noch gerne als Lehrer.... ;-)
    Danke dir fürs "gerne" haben.... ich meine hier Verweilen. ;-)

    LG rolf

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