Montag, 18. Mai 2009

Jesuslatschen

Es sollte eigentlich nur eine kurze Antwort auf einen Kommentar von Laila werden. Aber wie das nun mal in "meinem" Leben so ist, es wurde wieder eine Endlosetappe der Erinnerungen. Aus diesem Grunde möchte ich sie natürlich "egoistisch" wie ich mal war, euch huete nun auch nicht vorenthalten. ;-) Es mag sich wie ein Scherz von was weis ich lesen, ist aber so bis auf das Endresultat mit dem Nagel wirklich vor ca. 14 Jahren mir passiert. Am Schluss verweise ich nochmals darauf hin. Danke für die Beileidsbekundungen und das höhnische Gelache hinter her. Aber das tangiert mich mittlerweile nicht mehr, da ich keine Jesuslatschen mehr trage. ;-) Spenden könnt ihr aber immer noch abliefern, wenn ihr zu unserem Blogertreffen kommt. Nehme ich gerne entgegen. Mehr dazu bei Balrog im Blog. Und nun zur Geschichte. Nen schönen Tag übrigens noch. rolf Also klein Rolfi betritt die Halle, schaut sich sinnlos um und nach oben an die Decke. ( Berufskrankheit das mit an die Decken schauen ;-) ). Dabei läuft er langsam weiter und seine nicht arbeitsschutzmässig tauglichen Jesuslatschen übersehen die gefährliche dunkelgelb bis braun vor sich hin gammelten Bananenschale. Folglich kommt es wie es kommen muss. Richtig. Zur Kollesion meiner Füsse und jener biologischen Zweckverpackung. Die Füsse wollen zwar noch in einer Kurzschlussreaktion panikartig ausweichen, aber Rolfi der ja keine Ahnung hat was unterhalb seiner muskulösen Waden gerade passiert, ignoriert dies. Die Folge... die Schwerkraft unseres Planeten tritt wieder mal gnadenlos in Aktion. Ich wie in einem Kajak ohne Steuermann mit den Händen und Armen um Halt in der Luft sinnlos rum rudernt, gebe es schlieslich auf und mich meinem Schicksal hin. Nur gut denke ich noch reflexartig, dass ich wenigstens die Fallschule nicht nur besuchte, sondern auch noch beherrschte. Also begab ich mich mit dem Hintern zuerst, beide Füsse zum Rest des fallenden Körpers ca. 35 Grad leicht nach oben gehoben und den rechten Arm leicht abgewinkelt zum restlichen Körper in Richtung Hallenboden. Das etwas laute Aufklatschen auf dem kalten Betonboden, auf einer Judomatte würde sich das wie ein "Kloppbum" anhören, hatte einen anderen Grund. Meine rechte Hand traff genau im richtigen Augenblick allerdings die falsche Stelle. Jenen übriggebliebenen Hundeverdauungshaufen. Manche würden dazu Scheisse sagen, was ich genau in dem Augenblick auch laut ausrief. Als ich mich endlich wieder nach oben, also in jene normale Haltungsstellung eines artverwanden Vorverwanten der menschlichen Rasse befand, konnte ich es mir nicht verkneifen vor Wut gegen diesen in allen dunklen Brauntönen schillernden Haufen zu tretten. Natürlich nicht daran gleich denkend, dass ich ja weder Arbeitsschutzschuhe an den Füssen,noch das meine Jesuslatschen vielleicht eine Stahlkappe haben könnten. Logo hatte jener Freund des Menschen, welcher gestern extra wegen mir hier seine Notdurft oder wie man zu jenem Scheisshaufen noch sagen würde, an oder auf jenen Tennisbalgrossen Betonbrocken gemacht. Natürlich konnte dieser arme Betontennisball nüscht dafür. Aus diesem Grund brachte er sich auch schnell aus der Kampfzone in Sicherheit und rollte nur ein paar Meter in die Halle. Allerdings meine grosse Zehe sich vor Schmerz nach innen. Ich war fertig mit der Welt. Hätte heulen können und wollte auch nur noch raus hier. Allerdings fehlt ja noch ein Prodagonist welcher sich allerdings ca. 10 Meter vor dem Hallenausgang eindrucksvoll in meiner linken Fusssohle bemerkbar machte. Wie kann ein Mensch nur so doof sein dachte ich mir hinterher, innerhalb von 500 qm Betonfläche und einer rekordverdächtigen Zeit von nur knapp 8 Minuten soviel Scheiss auf sich und an sich ziehen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Einen Trost hatte ich allerdings, nachdem ich meine Schäden unter Kontrolle hate. Ich hätte bei dem Sturz eine Haltungsnote von 9,5 von den Mitanwesenden erhalten. Sie waren durchweg einheitlich der Meinung, das sie sowas noch nie erlebt hatten und aus diesem Grund mich in Zukunft für eine entsprechende Baustellenbegehung immer wieder gerne Mitnehmen würden. Das finde ich "Glück". Denn es hätte ja viel schlimmer kommen können. Nicht auszudenken, wenn die Dachpappenrollen, welche noch auf dem Dach lagen, just in dem Augenblick ein Eigenleben entwickelt hätten und alle im Abstand von nur 5 Sekunden auf mir auch noch gelandet wären. So gesehen hatte ich Glück. Also bin ich nicht nur ein glücklicher Mensch, sondern auch einer vom Glück geküsster Dingsbumsda. ;-) LG rolf PS: Klingt zwar unglaubwürdig, ist auch in Bezug auf dem Nagel etwas übertrieben. Jener schaffte es gerade nur bis in die Sohle meiner Jesusulatschen. Aber der Rest passierte mir vor ca. 14 Jahren auf einer Baustelle in Offenburg in BW bei der Besichtigung eines zukünftiegn Holz und Getränkelagers nahe an der Autobahn. :-(

Kommentare:

  1. Tja, Rolferl, wie heißt es so schön? Shit happens, brüll, lach, schmeiß mich weg....Da warst du ja ein rechter Hans guck in die Luft...

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  2. Ehhh... Ich war Deckenbauer und kein Bodenleger. Klarro. also schaue ich nach oben und nicht nach unten in vielleicht ebenfalls anwesende Scheisshaufen. also ehrlich ma. Zudem habe ich versprochen mich nicht mehr tangieren zu lassen von dem Gelächter. ;-) War damals ne Weile Gesprächsthema auf der Baustelle. kannst dir vorstellen, wieviel Bananenschalen ect. plötzlich rum lagen. ;-)
    Tja. mann wird älter und schaut nun mehr auf seine Gehwerkzeuge. Wahrscheinlich weil die "Hühneraugen" nicht nur mehr sehen, sondern auch weh tun. ,-)


    rolf

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  3. Ich glaube, da kann wohl jeder, der mal auf dem Bau gearbeitet hat, ne Storry beitragen. Wollte auch mal mit nem 2m langen Brett untern Schuh loslaufen. Hatte aber zum Glück Arbeitsschutzschuhe an, denn so ein verrosteter 100'er Nagel im Fuß ist bestimmt nicht angenehm. Wünsch dir noch einen schönen Abend. LG Volker

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  4. Schade, dass keiner dein Missgeschick an diesem Tag gefilmt hat, Rolf. Da hätte man noch mal ordentlich lachen können...
    Aber tröste dich, du bist eben ein echter Dichter, und die sind mit ihren Gedanken immer woanders, nur nicht in der Gegenwart...Die rennen gegen Laternenpfähle oder fallen vor die U-Bahn und alle Leute denken dann, wie blöd sie sind. Dabei weilt doch so ein Dichter bloss in den höheren Sphären...

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  5. Jesuslatschen? Die gibts ja heute kaum noch. Aber mit Jesuslatschen auf der Baustelle, daß war ja fast so, als würdest Du bei Gewitter auf einen Stahlmasten klettern. Na ja, lang ists halt her. LG Doris

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  6. Hi Rolf!
    Scheiße bringt Glück - wie der Volksmund so trefflich zusammenfasst.
    Folglich konnten Dir die Dachpappenrollen gar nicht aufs Hirn klatschen!!!
    Also - immer schön in den braunen Haufen treten!

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  7. Jürgen hat es raus..ja so ein Hans guck in die Luft...aber das waren wir in der Jugend alle mehr oder weniger..lach..wir waren jung und schön und brauchten das Geld;-))..jetzt könntest du damit im TV 300 euro gewinnen..in einer Pannenshow..lach ..muss jetzt Kultfilm schauen...ich steh daruf...dirthy dancing...und der Sprung...;-) gute nacht Manu

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  8. *lach* *prust* *lach mich wech*
    *fall um vor Lachen*
    *krieg keine Luft mehr*
    *lach*
    *Hilfe*
    *...*
    *lach*
    Gruß
    *lach*
    Ika

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  9. ach ja, was soll man dazu noch sagen. Jeder so wie er es verdient? Aber dann hätte ich es ja immer verdient, dass sich die komischen dunklen Narben auf meinen Händen ausbreiten. Teilweise verblassen sie ja schon, aber weg gehen - nö, daran ist wohl lange nicht zu denken.
    Ach Rolfi, es tut mir ja so leid, aber ich lach mich echt kaputt *gggggggg*
    Bitte nicht böse sein, aber es ist echt mehr als witzig - das ist wohl ein riesengroßer Fettnapf... ;-)))))))

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  10. Irgendwie bin ich bei den "muskulösen Waden" hängengeblieben. Stand da nachher noch was?

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  11. Armer Rolf! So ein Trauma kriegt man nicht so leicht wieder weg! Und dann erst das Gelächter der anderen! Mensch, tust du mir leid!
    Liebe Grüße von Margot

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  12. An diese Leisetreter erinnere ich mich auch noch lebhaft. Für den Bau und die Entsorgung von Hundescheiße zwar gänzlich ungeeignet, wie ich hier lese (3xmal lach), aber sonst absoluter Kult damals. LG Iris

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  13. @Volker. Oja. Das könnte man"n". Ich meine teilweise Bände erzählen. Die wären zum Teil sowas von unnormal, dass der Leser den Eindruck bekommen würde, die haben doch alle ne Macke. Oder bei denen sind nicht mehr alle Schrauben und so. ;-) Aber es sind wirklich paar schöne Dinger dabei. Selber erlebt und teilweise selber daran schuld gewesen. ;-)

    rolf


    @Sica. Ich weis. Wer den Spott hat....usw. Naja. Damals waren die Kameras ja zum Glück noch fast so teuer wie eine Essneseinladung für eine Frau heut zu tage. ;-)
    Also mit Laternenmasten contra Schlitten oder Fahrrad....ach lass ma... ;-)
    Züge käme bei mir nicht in Frage. Warum auch. Ist es auf der anderen Seite den schöner oder besser? ;-)


    Rolf


    @Doris. Das war ja auch nur ne Baustellenbegehung. Manche Bauleiter sind sogar mit kurzen Hosen und auch mit Sandalen erschienen. Ich hatte zudem ja nicht vor dort gleich ne Grundreinigung durch zu führen. :-( Gearbeitet habe ich immer....zumindest mit dem nötigen Werkzeug. fast immer. ;-)

    rolf


    @Anna. Ich weis, dass es Leute geben soll, welche aus dem Fenster springen, in einem "Dreckhaufen" landen, um anschliesend darin noch nen Goldklumpen finden. Also ich gehöre definitiv nicht dazu. Ich glaube von dir benanntes Stoffwechselendprodukt, würde mir sogar den Berg hinterschwimmen. ;-)

    rolf


    @Manu. Damals jung und schön? Wie war und weise. Heute nur noch "und". ;-)
    Ich mache hier keine Werbung und würde auch sowas für Werbung nie machen. Es gibt andere Arten und Möglichkeiten, sich bei seinem Leben unbeliebt zu machen. ;-)

    rolf


    Euch allen Dankeschön fürs Reinschauen und noch ne schöne Restarbeitswoche.

    rolf

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  14. @ Ika. Verschluck dich bitte aber dabei nicht. Will nicht am tragischem Erstickungstot der letzten Berliner LAufpflanze schuld sein. ;-)


    rolf


    Sonne. Nöö. Nüscht mehr. Weil ich lag ja anschliesend ne kurze Weile.


    rolf


    @Laila. Eigentlich warst du ja der Auslöser jener Erinerungslücke. müsste dir also sogar dankbar sein. aber bitte später nochmals mich daran erinnern. Bin erst beim ersten Teil, genau bei 1979 meiner Erinnerungen angelangt. Also bis zum Baustellenbereich sind es noch einige Jähren. Das heist Erfahrungen sammeln. ;-)


    rolf


    @Margot. Ich spüre regelrecht dein vor Lachen "geheucheltes" Mitleid. Aber das liegt in der Natur des Menschen. Wenn anderen sowas "doofes" passiert, würde ich auch Lachen. Einem selber kann das "nie" passieren. Deswegen sage ich auch nie mehr "nie". ;-)
    Klar haben die gelacht. Also ich von Offenburg wegzog, bekamm ich sogar nen Obstkorb geschenkt. War ja lieb. Nur die "Stinker" hatten auch ein paar Bananenschalen in Geschenkpapier gepackt. Zu HAuse verstand ich dann dieses Grinsen. Und das Jahre nach dem Vorfall. Es waren zum Teil "liebe" Kollegen. Is aber echt ne Geschichte für sich. ;-)


    rolf


    @Iris. Meine letzten habe ich vor fast zwei Jahren entsorgt. Waren zwar nicht gerade gesund für die Füsse, aber dennoch sehr bequem. Kult war ist gut. Ohne solche Dinger an den Knoten warste nüscht... ;-)


    rolf


    @

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  15. Tja, wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung, lieber Rolf. ;-) *lach* *prust*

    Liebe Grüße,
    Martina

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  16. @Martina....ach weist du. Heute beliebe ich über einige Sachen und Begebenheiten von einst auch nur noch zu Lächeln. ;-) kann doch eh nix mehr daran ändern. Ausserdem 5 Minuten einmal am Tag richtig gelacht, ist gleich wie 5 Minuten Krebsvorsorge. ;-)
    danke übrigens für Vorbeilesen.

    LG rolf

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