Donnerstag, 28. Mai 2009

Im Namen Gottes?

Im Namen Gottes? Heute hatte ich ein Erlebnis der wirklich ganz besonderen Art. Habe ich sicherlich schon mehrmals so oder ähnlich angedeutet. Aber ehrlich mal. Hattet ihr nicht auch schon einmal solch eine Aha Begegnungen? Ich meine mit ganz besonderen Menschen? Seht ihr. Und genau so erging es mir heute. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo sich manche Sünden aus der Vergangenheit bemerkbar machen. Bei dem einen ist es plötzlich die Tochter oder der unbekannte Sohn welche vor der Tür stehen und die fremde Frau welche selbige öffnet fragen:“Ist mein Vater da?“ Aber bei mir waren oder sind es eher die Sachen der entsprechenden Lebensführung an sich gewesen, welche sich nun doch bemerkbar machen. Oftmals machte man sich ja keine Gedanken. Sei es durch Sportunfälle, etwas lebhafter „Sturm und Drangzeit“ während der Pubertät, sei es durch die Arbeit, welche man lieber gleich selber erledigt, weil kein Vertrauen zur restlichen Mannschaft aufkommen wollte. Jedenfalls habe ich arge Rückenprobleme. Genauer gesagt Schmerzen. Vor allem nach längerem Liegen nach dem Aufstehen. Das vergeht zwar nach einer halben Stunde wieder, aber ist sowas von unangenehm, dass ich manchmal mich vor dem zu Bett gehen am liebsten drücken würde. Also beschloss die Chefin des Hauses, mir einen Termin für eine Massage bei einem Profi zu ermöglichen. Da sie ja auch gleich einen Termin hatte, war es eigentlich „logisch“ mich mit anzumelden. Gesagt getan. So eine Massage dauert in der Regel eine Stunde. Also liess ich ihr den Vortritt, um mit Timmy noch einmal die Weiten der wunderschönen Berge hier zu geniessen. Auf diese Art kam das Tier einmal in den Genuss auch wo anders seine Pyramiden von Kackhaufen zu setzen, sich von einer hiesigen Lamaherde anspucken zu lassen und ich verkürzte mir die 60 minütige Wartezeit mit…Warten. Genau nach einer Stunde war Timmy fertig und brav vor der Praxis angebunden und ich lag schon fast komplett entblättert auf der Folterpritsche des Masseurs. „Bitte drehe dich zuerst auf den Rücken“ bat er mich mit ruhiger und sehr freundlicher Stimme und deckte mich mit einer Art Lacken bis zur freigelegten Halskrause zu. Nicht das ich zu viele Krimis oder ähnliches sehen oder lesen würde. Aber ich kam mir vor wie in der Pathologie. Es fehlte jetzt nur noch, dass ich solch einen Papiervermerk an die Fusszehe bekommen hätte. Ich wäre aufgesprungen und im feinsten Adamskostüm geflüchtet. Aber ich hatte keine Chance mehr. Mir blieb nichts anderes übrig, als die Augen zu schliessen und zu warten was auf mich zukommen würde. Ehrlich. Aber ich bemerkte gar nicht wie jener halb gefüllte Kleiderschrank von Masseur mit seiner Tätigkeit anfing. Ich spürte anfänglich nicht, wie er zuerst meine Füsse und Beine ganz vorsichtig mit Öl und kreisenden Bewegungen beruhigte. Eh. Das war ein Unding. Ich liess mich von einem Mann nicht nur „Befummeln“, sondern ich genoss es auf der ganzen Linie. Als nach endlos langer Zeit mein Rücken endlich dran war mit jenem Kneten, Rollen, Streicheln, Walken und Massieren, wurde mir bewusst, das Männer nicht nur kräftige, sondern auch „feine „ Hände haben können. Ich genoss es in vollen Zügen und wünschte mir ehrlich, dass die Stunde noch nicht bald zu Ende sein würde. Ja selbst die Unterhaltung mit ihm war für mich äusserst aufschlussreich und unterhaltsam. Im Hintergrund lief irgendwelche beruhigende Entspannungsmusik. Ich konnte nicht einmal genau sagen oder erhören, ob da gesungen wurde, oder es nur eine Abfolge von berauschenden und wohlklingenden Tönen war. Sie lief einfach und drang unterschwellig, beruhigend auf meine verwirrte Gehirnmasse ein. Seine Stimme war weder aufdringlich, noch zu überhören. Sie stand einfach im Raum und lies mich die Knet kur nochmal so intensiv miterleben. Er erklärte mir genau was er und warum gerade mache. Welcher „Muskel“ besonders angespannt sei und auf welche ich mehr Acht geben müsse. Die Zeit verging wirklich wie im Flug. Nach seiner für ihn wahrlich anstrengenden Arbeit an meinen verkümmerten Astralkörper, liess er mich noch ein paar Minuten auf jenem Massagegerüst zur Regeneration liegen. Eine Frage beschäftigte mich nun allerdings sehr. Ich musste sie ihm unbedingt stellen. „Wieso lässt sich ein Pfarrer, zu einem Masseur ausbilden….?“ Er lächelte mich an und antwortete in seiner unvergleichlichen Art der inneren Ruhe…. „Ich suchte noch nach einer Ergänzung, um den Menschen noch intensiver zu helfen. Und Gott zeigte mir diesen Weg.“ Wahrlich „göttliche“ Hände kann ich nur neidlos anerkennen. PS: Dieser diplomierte Masseur, steht als Pfarrer einer kleinen Kirchengemeinde hier in den Bergen des Berner Oberlandes vor. Seine Massagepraxis betreibt er seit 2002. Er sieht im Gegenteil kein Problem oder Konflikt darin, das Wort Gottes zu „verkünden“ und gleichzeitig als Gesundheitsmasseur zu arbeiten. Vollen Respekt solchen Menschen. Rolf

Kommentare:

  1. Massierende Pfaffen? o0 Bisserl strange, die Eidgenossen, oder?^^

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  2. Na, das war wohl in der Tat ein schönes Erlebnis. Genieße es und erinnere dich daran, so oft es geht. Vielleicht wirst du dadurch ein wenig ruhiger;-)

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  3. Das hoert sich wahrlich himmlisch an. So duerfte gerne mal jemand versuchen mich zu bekehren. Zwei Pfarreien weiter gibt's 'nen huebschen jungen Pfarrer, ich sollte da mal nach einem Termin fuer eine Massage mit anschliessender Beichte meiner suendigen Gedanken fragen.....
    Wer weiss schon was dieser Jesus vor 2ooo Jaehrchen wirklich so alles gemacht hat, vielleicht hat er dem Gelaehmten nur einen eingeklemmten Nerv frei massiert, Lazarus war eh nur Scheintod ...
    Liebe Gruesse!!!

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  4. Hallo Rolfi,
    hast du es gut.
    Schick mir den Mann doch bitte mal vorbei, ja?
    Ich finde das toll, dass ein Pastor so etwas macht.
    Herzlichen Gruß
    Ika

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  5. Umgekhert, lieber Rolf: Weil ich dich angemeldet hatte, nahm ich ebenfalls die Gelegenheit wahr...
    Der Link zu diesem wohltuenden, mich seit Jahren durch verkrampfte Zeiten begleitenden Menschen ist www.sportmassage.ch . Übrigens ein gebürtiger Deutscher, um die Kuriosität dieser "heiligen Dreieinigkeit" in den Schweizer Bergen noch abzurunden...

    Und ja, schön, dass es dir wirklich so gut gefallen und wohlgetan hat! Das war der Sinn darin.
    Deine Dodo

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  6. Hallo Rolf, die Massage scheint nicht nur deinem Körper, sondern auch deiner Seele gut getan zu haben. Warum sollte ein Pfarrer nicht Masseur werden? Mein ursprünglich erlernter Beruf ist Maschinen-u.Anlagenmonteur, kannst ruhig Schlosser sagen, habe nach der Wende zum Maurer umgeschult. Und 2002 die Ausbildung zum Physiotherapeuten gemacht. Nichts ist unmöglich, wenn man es will. Mittlerweile sehe ich das Ganze als Berufung an, den Menschen zu helfen. Und mit den Händen hast du auch recht. Aber wehe ich müßte jetzt mal länger eine Schaufel anpacken, da wären die Blasen vorprogrammiert :-)) Wünsch dir noch einen schönen Abend. LG Volker

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  7. Hallo Dodo und Rolf: Unterhaltet ihr euch auch normal, so von Angesicht zu Angesicht, oder kommuniziert ihr nur über Kommentare im Blog, lach

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  8. Hallo Rolf!
    Ich konnte fast mitfühlen, wie gut du dich entspannen konntest - wenn der Masseur das lesen könnte, würde er sich sicher sehr freuen.
    In die Hände eines solchen Pfarrers würde ich mich auch mal gern begeben:)) LG Iris

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  9. Hi Rolf!
    Wenn jemand seine Berufung gefunden hat - ob als Pfarrer oder/und Masseur - ist das doch super.
    Können bestimmt nicht viele Menschen von sich behaupten! Vielleicht sollte ich mir auch einen Zweitberuf zulegen!!
    LG Anna

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  10. Gut das es euch mit den "göttliche Berührungen " gut gegangen ist...das göttlich unterwegs.....auf dem Weg.... ist eher das Beste...lebensnahe;-))...was trägt du gerade auch deinem Rücken, welche Lasten?...;-)lg Manuela

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  11. Oh Rolfi ;-))
    Du hast dieses Erlebnis geschrieben als seist du immer noch auf der Liege.Ich meine so Nahe.Ich würde dein Wissen ob der Männerhände diese bei deiner Herzallerliebsten anwenden(Massage).Auch wir geniessen eine entspannende Massage mit Musik im Hintergrund (Ich jedenfalls nur von meinem Herzallerliebsten).Im Oktober dieses Jahres sind wir 43 Jahre verheiratet und na ja vielleicht gerdae dieser Massage wegen
    ;-))

    Lg Femina

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  12. Geh mit Gott, lieber Rolf, und genieß deine Pfingstfeiertage! Hoffentlich schmerzfrei!
    Liebe Grüße von Margot

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  13. der wurm ist drin. ich schreibe hier was rein, wie gestern........aber nada, rien, nix!! hm, keine ahnung!!!

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  14. @Demian. Wieso? Ich denke mal wenn in Deutschland sich einige Kirchenmänner mit anderen Sachen "vergnügen" dürfen, können Schweizer Prediger doch auch auf diese Art Menschen wenigstens was gutes tun. Zumal sie damit noch "Freude" vermitteln. Zumal er ja eigentlich sogar "Deutscher" ist. Hatte ich nur vergessen zu sagen. ;-)

    rolf


    @Jürgen. Ruhiger? Aber das ist jetzt nicht dein Ernst? Oder doch...? Erinnern werde ich mich sicher noch oft daran. Aber in Anspruch nehmen sicherlich noch öfters.

    rolf


    @Baci. Von bekehren oder sonstigen Reinigungsarbeiten, kann hier garnicht die Rede sein. Aber verwundert war ich schon. Nur wundern tue ich mich jetzt über garnichts mehr. ;-)

    LG rolf


    @Ika. Es ist mir natürlich klar, dass du gleich nach solch einem Mann "rufst". ;-) Aber er ist sehr glücklich mit seiner Familie. Oder meintest du etwa wegen der Massage? Ups... ;-)

    LG rolf


    @Oh Dodo. habe natürlich vergessen den Link mit anzugeben. Danke für das du daran dachtest. Wie in vielen Sachen. ;-)
    Es stimmt. Es ist interessant, das es noch dazu ein Deutscher ist. Wobei man das garnicht merkt. ;-)

    LG rolf


    @Volker. Das habe ich jetzt auch mitbekommen. Und ich bin nun auch nicht mehr erstaunt über solche Sachen. ;-) Das beste Beispiel bist ja auch du. Wäre schon lange bei dir mal aufgekreuzt. Aber der Weg zu dir ist nun doch etwas sehr weit. Auch wenn es sicherlich bei euch auch auf eine gewisse Art sehr schön zu sein scheint. Jedenfalls habt ihr gleich das Meer fast vorm Klofenster. ;-)


    rolf



    Danke euch fürs Reinschauen und wünsche euch noch einen entsprechenden Sonntag.

    LG rolf

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  15. @Jürgen. Das eine schliesst das andere nicht aus. ;-) Wir haben uns sehr viel zu sagen und su Schreiben. ;-) Manche wären froh, wenn sie sich wenigstens soviel noch zu sagen hätten, wie wir nur ab und an uns schriftlich unterhalten. Dann kannst du dir sicherlich auch voratellen, wie der entsprechende "sprechende" Kontakt zwischen uns aussieht. ;-)


    rolf


    @Iris. Ich denke mal, das es sowas mit Sicherheit auch wo anders geben wird. Müsstest dich mal erkundigen ob es auch in eurer Gegend nicht nur christliche Seelenmasseure, sondern auch entsprechende ander gibt. ;-)


    LG rolf



    @Anna. das sehe ich nun auch so. Und ich bewundere diesen Mann auch deswegen. Er hat für sich den richtigen und einzig begehbaren Weg gefunden. Willst du nun auch eins auf Massage machen. Oh.... Ich würde mich dann mal wenn es soweit ist bei dir gleich Anmelden. ;-)


    LG rolf$



    @Es ist doch eigentlich wunderbar, wenn man die körperliche und seelische last in einem los werden kann. Aus diesem Grunde wäre ich auch dafür, das jeder "Pfarrer" solch eine Massageausbildung machen sollte. Würde mit Sicherheit auch entsprechenden Zuspruch und Zulauf finden. ;-)

    LG rolf



    @Femina. Aber dennoch war ich froh als ich wieder aufstehen durfte. Trotz der angenehmen Massage. Irgendwie habe ich nicht diese Beklemmung der Pathologie ganz los bekommen. ;-) Da wird auch entsprechende "Partnermassage" angeboten. D.h. die jeweiligen Partner können das "richtige" MAssieren ihres Partners da erlernen. Es ist einen Gesundheits - und Entspannungsmassage. Aber wenn dein Partner das nach soviel JAhren immer noch beherrscht, sehe ich auch keinen Veranlassung das du/ ihr sowas benötigt. Wir sind aber noch am Überlegen. ;-)

    LG rolf


    @Margot. Also mit Gott werde ich sicherlich nicht gehen. Das wäre und ist nicht mein Weg. Trotz der Faszination, welche dieser Masseur und sein Berufsbild ansich auf mich ausübte. ;-)


    LG rolf



    @Rémo. Ich habe das Gefühl, das die Feiertage dir sicherlich auch gut tun werden. Erhole dich einfach in Ruhe mal. ;-)


    rolf



    Ich danke euch allen fürs Vorbeischauen und wünsche einen schönen Pfingstsonntag.


    rolf

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