Montag, 6. Juni 2011

Rüsseltierchen



Also zugegeben. Im Zoo war ich ja nicht. War auch nicht nötig, weil ich ja selber fast zum „Dickhäuter“ mutiert wäre. Zumindest ansatzweise. Na gut. Am besten ich erzähle Mal was und wieso.

Seit fast 4 Wochen wurde mir versichert, dass im neuem Verkaufsbereich in Bern entsprechende Ausbesserungsarbeiten da ja Garantiefall, ausgeführt würden. Und seit 4 Wochen fahre ich in regelmässigen Abständen in die Münstergasse, um mich vom nichtvoranschreiten besagter Zusagearbeiten selber zu überzeugen. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es sich hierbei um Deckenputzarbeiten von nicht einmal 10 qm, in Worten ZEHN qm, handelt. Wäre normal kein Problem für mich gewesen, aber wie gesagt handelt es sich hier um einen Garantiefall, für den nicht nur der Vermieter, sondern auch besagte Firma aufkommen sollte. Sollte ist der richtige Terminus, da wie gesagt sich ja nichts getan hatte. Laut letzter Meldung von letzter Woche, hätten die Handwerker das „Versprechen“ hinterlegt, es bis Ende letzter Woche fertig zu stellen. 

Ich war da schon relativ und leicht „angesäuert“, konnte ich den Eröffnungstermin auf den 18.06. nicht einhalten. Heute fuhr ich also voller Tatendrang und mit restlichen „kreativen“ Malereiuntensilien in den Laden und stand vor einer…, na ihr könnt es euch denken. Richtig. Nicht einmal angerührten Arbeit.

Zwar kenne ich mich in Zooologie nicht soo aus, aber ich spürte richtig, wie gewisse Körperteile, welche für eine vernünftige Blutzufuhr zuständig waren, sich um ein vielfaches und schlagartig auszudehnen drohten. Und ich meine ausnahmsweise einmal nicht jene Teile, welche auch für den Elefanten zur Fortpflanzung sehr vom Nutzen sein könnten. Nicht jenen Testosteronsammelbehälter und auch nicht seinen Rüssel im Gesicht. Ich dachte mehr so an den Ansatz zwischen Kopf und dem restlichem Torso. Ich hatte einen Hals welcher wie gesagt immer dicker wurde. Schlucken viel mir echt ein wenig mehr wie schwer. Es war fast wie bei einer Mandelentzündung. 

Na gut. Für mich war die Sache nun klar und in gewisser Weise auch erledigt. Vielmehr die Firma. Also versuchte ich den Vermieter telefonisch zu erreichen, was sich auch noch als schwierig erwies, weil die Familie erst auch aus dem Urlaub zurückkam. Nachdem ich endlich den netten Mann am anderem Telefonende hatte, teilte ich ihm ganz vorsichtig „verpackt“ meinen angestauten Unmut in Hochdeutsch mit. In diesem Fall hätte er „elefantisch“ eh nicht verstanden und es mich auch nicht weiter gebracht. Ich teilte ihm mit, dass „seine „ betreffende Handwerkerfirma immer noch nicht erschienen war, er sie ruhig zum Feierabend in der Pfeiffe rauchen könne und ich das nun selber erledigen werde. Er war interessanterweise nicht einmal böse darüber, „begrüsste“ meine Eigeninitiative. Das Material würde natürlich er übernehmen. Also kein Problem. Es war mittlerweile 15 Uhr und „de Isch“ machte sich also auf die Pneus, um entsprechende Materialien zu organissieren.
Nun sollte aber vielleicht zum besserem Verstehen der daraus entstehnden Situation noch erklärt werden, dass es gewisse und diverse Materialien in der Schweiz entweder nicht, oder so gut wie garnicht gibt. Manchmal frage ich mich ehrlich, wie hier „Trockenbau“ betrieben wird. Jedenfalls war ich nach vielen Jahren der Abstinenz, wieder so richtig in meinem Gebiet zu Hause. Und das nächste Problem war natürlich neben dem Materila in entsprechender „Kleinmenge“ auch das passende Werkzeug neu zu organisieren. De Isch also gleich los und Problem Nr. 1 folgte .

Ich fühlte mich in alte Zeiten zurückversetzt, bekam wahrscheinlich einen leichten und verklärten Blick, als besagter „Fachhändler“ beim hiesigem „Baugrossmarkt“ mit den drei Buchstaben mir zu erklären versuchte:“..das ham wor nisch…“ Eh. Der sprach zwar kein Angelsächsisch, aber auch kein Berndütsch. Ich tippte auf Dresdner  Einflugsschneisse zwischen Chemnitz und dem Tal der Ahnungslosen. Es fand dadurch natürlich noch eine ziemlich intensive und sprachlich „wohlgeformte“ Gesprächsrunde zwischen dem Mitarbeiter der Baustoffabteilung und mir statt. Eigentlich tat der Mann mit hinterher leid. Er hatte nicht nur vom fachlichen Wissen her, da nichts verloren. Aber ich wollte es ihm nicht so sagen, sondern suchte weiter nach entsprechenden Grundierungsmitteln und  14 E von Maxit, gegen meine etwas schwierigen „Putzlöcher“ in der Decke.

Die Suche ging dann auch von Händler zu Händler zwischen Bern und Thun ohne Erfolg weiter. Kurz vor 18 Uhr, also Ladenschluss, entdeckte ich wahrlich einen kleinen Baustoffhändler, welcher zwar keine Pilzhemende Grundierung führte, aber dafür Maxt 14 E . Allerdings nur im Gebinde von 30 Kilo. Den Einwand, dass ich ja nur für einen „kleinen“ Fleck ein wenig benötige, brachte ich aus Zeitgründen garnicht erst an. Glücklich das relativ gut bekannte Material endlich doch hier in der Fremde erhalten zu haben, fuhr ich dennoch leicht mürrisch nach Hause. Heute schien wirklich nicht mein Tag zu sein und ich bereitete mich moralisch auf die morgigen Arbeitsgänge vor.

Auf dem heimischen Hof kam mir die Hauschefin schon entgegen. Sie konnte nichts von meinem heutigem Elefantentag wissen, machte aber dennoch ein leicht „geknicktes“ Gesicht. Und entsprechenden Grund sollte ich auch gleich erfahren.

Der Vermieter hatte bei uns hier angerufen um mitzuteilen, dass die Handwerker die Garantiereperatur heute am Nachmittag noch „schnell“ ausgeführt hätten. Sie möchte es mir Bitte „schohnend“ beibringen. Nicht nur das ich fast nen halben Tag nur wegen den Dünnbrettbohrern von Handwerkern durch die Gegend gekurft bin, die Eröffnung nun auf den 01.07. verlegt wurde, eine wirklich ( sorry aber heute waren viele Menschen „blöd“ ) absolut Wasserstoffperoxyd gefärbte BMW Fahrerin mitten in einer Kurve ihr Auto parkte um zu telefonieren, keine SMS mein Handy verlies,nein, nun wurde ich auch noch auf diese Art „verhöhnt“. Das war nun echt zu viel für mich. Ich musste erst einmal etwas „leicht“ musikalischen Dampf ablasen. Allerdings nicht an der Hauschefin. Sie konnte ja absolut nix dafür. Einen ganzen Monat ging nix. Und nun wollten mir die Typen weis machen, die ganze Problematik in nur drei Stunden abgearbeitet zu haben. Ich glaube wirklich ich spinne und werde erst recht verarscht. 

Alleine der Grundierungsanstrich braucht, wenn er fachgerecht gemacht werden sollte, mindestens drei, max. 6 Stunden zum Austrocknen, ehe Grundputz aufgetragen werden kann. Der Putz wiederum sollte auch ein paar Stunden „normal“ Zeit zum Austrocknen haben, bevor der Klätteputz drauf kann. Aber alles bei normalen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Wir reden aber hier von einem „Kellerbereich“, mit entsprechendem Temperaturniveau und Feuchtigkeitsgehalt. Und diese Herrn Handwerker wollen neben „Ausputzen“ der Schadstellen, die restlichen Arbeiten alles in 3 Stunden bewerkstelligt haben? 
Ich bin heute schon sprachlos. Morgen wahrscheinlich aber noch viel mehr, wenn ich mir das Resultat ihrer Arbeit in „Ruhe“ anschauen werde. Ich weis jetzt schon, was mich erwarten und auf mich zukommen wird.

Eigentlich wollte ich mir auf Grund des Erlebnistages eine „geflüssigte“ Portion Porto genehmigen. Aber dann fiel mir auch gleich der mahnende Finger eines halbspanischen Hotelportiers ein, welcher mir ja zu verstehen gab, das wenn man entsprechend Abnehmen will, neben Sport treiben Rotwein tabu sein sollte. Nicht das ich mich an solche bösen Fingerzeiger halten würde, oder mir gar was draus machen würde. Ausserdem hat das wiederum nichts mit meinem heutigem Tag zu tun. Aber ich könnte nicht einmal das edle Gesöff geniessen. Und darum wäre es mir auch zu schade. Gelle Herr ViaE.

Wenn ich mich morgen dann aus dem zu erwartendem Koma wieder erholt habe, melde ich mich vielleicht auch mit einem entsprechendem Zustandsbericht meiner plank liegenden „Putznerven“.

robe

Kommentare:

  1. Oje das nenn ich mal richtige schweizer Verarsche.
    Meine Freundin hat das seit fast nem Jahr.monatlich wird der Vermieter angerufen das gewisse Arbeiten seit dem Einzug noch offen stehen, jedesmal heisst es der Handwerker kommt nächste WEoche und Nichts. Tage werden frei genommen, und nichts geschieht.
    Ich mein bei Dir ist es ja auch noch Geld was verloren geht wenn man ne Eröffnung verschiebt.Hui da würde ich zur Löwin werden , echt.
    Grrrrr
    Viel Glück brauche ich Dir für heute nicht wünsche.Die haben bestimmt Papier ins Loch getan und nen wenig verspachtelt.Hihihi

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  2. Tja obwohl ich deinen Zorn sehr gut verstehe, ist es doch immer wieder witzig, zu lesen, dass sich die Menschheit nochmals doppelt verarscht vorkommt, wenn ein sächsicher Mitbürger versucht, etwas zu erklären. Ich bedauere das zutiefst, musste aber bei der Vorstellung auch lachen,

    Und gut, dass du das mit den geschwollenen Körperteilen nochmal berichtigt hast, BEVOR ich gerade in Versuchung kam, dir für alle Fälle sexueller Erregung meine Sprachdienstleistungen in Aussicht zu stellen *grins*

    Spaß beiseite, alles sehr ärgerlich, ich hoffe, deeine Nerven haben sich beruhigt und du bist jetzt schon einen Schritt voran gekommen.

    LG Shoushou

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  3. Halbspanischer Hotelportier?
    Tsss.
    Wahrscheinlich haste auf den Gefühlen der armen Handwerker genauso wie auf meinen rumgetrampelt.
    In Spanien kriegste übrigens auch kein vernünftiges Material, ausser in den Ecken, wo die meisten Handwerker Engländer. Alicante, Malaga und so. Da scheinen die das selbst in die hand genommen zu haben. Noch was Witziges: In den kleinen Ferreterias (Eisenwarenhandlungen) sind fast sämtliche produkte billiger als in den durch grossen Baumärkten.
    Hier habe ich das Problem mangelnder Materialien nicht . Gibts was nicht, schick ich die Jungs über die Grenze nach Mittenwald.

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  4. @Bianca.

    Zur Löwin? :) Sind das jene possierliche und vorallem weibliche Tierchen, welche meistens nur im Rudel jagen, sich ihrem Herrn und Meister dem Löwen liebevoll vor die "Pfoten" legen und in der Gruppe meistens so nen eigenartigen bis strengen "Eigengruch" von sich geben? :)

    Aber über das Ausmass jener "Flickarbeit" werde ich mir erst leider am Ende der Woche ein genaueres Bild machen können. Habe mich aber mit entsprechendem "Mehraufwand" meinerseits schon abgefunden. :(

    Dennoch der Frau "löwin" noch einen wunderschönen "Jagdtag" heute. :)


    LG rolf

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  5. Hallo Fau Beistand. :) Also das bedarf nune doch ein etwas näheren Erklärung, wie dein sprachlicher "Beistand" ( Sprachdienstleistung ) bei "meiner" sexuellen Erregung aussehen würde. :) Ich bin zwar immer noch am angestrengtem Überlegen, erbitte mir aber im Fall der Inanspruchnahme deiner entsprechenden "Beistandshilfe", dies mit "sächsischem" Charm zu "unterlassen". ;-)

    Ausserdem habe ich mich nicht über den hier langsam übernehmenden sprachlichen Dialekt aus dem Tal der Ahnungslosen beschwerrt, sondern an dieser Stelle nur gewundert. Es war auch mehr dieser einstudierte und jahrelang nicht mehr gehörte Satz:"..das hom mor nisch..." :) Der Mann scheint sogar nett zu sein. Er hat wirklich mein Mitgefühl, scheint aber wirklich rein fachlich gesehen, an dieser Position überfordert zu sein. Ich könnte ihm mir eher bei Nespresso für "Sachsenmuckefuck" vorstellen. :)

    Aber an dieser Stelle auch für dich einen erfolgreichen und stressfreien Mittloch. ;-)


    LG rolf

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  6. Soooo. Ja ViaE.

    Wusste garnicht, dass du so dünnhäutig auf der Seele in diesem Fall bist. Dachte immer deine "Drahtseile" würden selbst meine Schuhgrösse spielend wegstecken. Ok. Ich entschuldige mich natürlich in aller Öffentlichkeit und Schameswröte bei dir "nicht" und behaupte auch nicht das Gegenteil. ;-)

    die Erfahrung mit günstigeren Preisen für diverse Sachen bei Kleinanbietern, habe ich auch schon verwundert gemacht. man sieht dann wieder, wie gross die Spanne der Grossmärkte wirklich ist. Zumal die auch in ganz anderen Mengen auch noch einkaufen.
    Wenn ich Material brauche soll ich also nach "Mittenwald" fahren? Wäre ziemlich umkständlich für mich behaupte ich Mal. Aber ich muss wahrscheinlich demnächst nocheinmal ins Baustoffeldorado fahren. So noch Platz auf meiner "Schubkarre" sein sollte, decke ich mich ein wenig mit entsprechenden Sachen ein. 6`Dübel von Wirth zB. sind auch so ne Sache. Entweder ich bekomme nur die PVC Dinger lose, oder aber eine "Spielzeugpackung" von max. 8 bis 10 Stück für den Preis eines Abenddinners beim Chinesen. Lassen wir das. Ist ja kein "meckern", sondern nur ne Feststellung. :(

    Auch dir noch einen erfolgreichen "Jagdtag" im "Spa". :)

    rolf

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