Donnerstag, 16. Dezember 2010

Vorweihnachtliche Gedankenzeit

Also im Augenblick dreht sich ja nun fast wirklich alles und aussschliesslich um das zu erwartende Fest Ende nächster Woche. Und so macht Mann sich halt auch so seine Gedanken. Jedenfalls was das Essen und dergleichen betrifft. Deswegen heute und hier exklusiv im Angebot .... 


Vorweihnachtliche Gedankenzeit


Nicht nur Millionen Menschen auf der Welt freuen sich vielleicht auf das Weihnachtsfest, sondern auch ebend so viele stellen sich wieder einmal die selbe Frage, wie schon im letzten Jahr.

„Was essen wir am 24.12. und was machen wir an den beiden drauffolgenden  Feiertagen?“

Gute Frage, der ich mich auch nie verschliessen kann. Schliesslich hat man ja nicht nur über sein Erbgut, sondern auch all die Jahre entsprechende kulinarischen Fressinformationen eingetrichtert bekommen. Weihnachten soll in der Hinsicht ja auch was besonderes sein, heisst es jedenfalls in vielen Familien. Lieber das ganze Jahr weniger Essen, oder gar abnehmen, da über die Feiertage eh nicht an Diäten und dergleichen zu denken sein wird. Und einschlägiger Handel und Werbeidioten Werbeindustrie weis ja eh was für uns am besten ist und ihnen den meisten Umsatz wieder einbringt. Der Mensch, dass sollten wir eigentlich langsam wissen, ist ja nicht nur dumm, sondern auch manipulierbar berechen und kalkulierbar. Genug davon.

Also machen sich Mama und Papa meistens schon ein paar Wochen vorher Gedanken, wälzen dicke und bunte Postwurfsendungen und schauen meistens bis zum Sendeschluss diverse Werbebotschaften bei öffentlich, rechtlichen Privatsendern an.

Dabei stellt sich nicht nur die Frage, wo man sich wieder einmal schön „durchernähren“, oder zumindest in Erinnerung bringen könnte, sonder, falls der Kelch der Feiertagseinladungen an einem vorbei gereicht wurde, unter was sich der heimische Tisch wieder „unheimisch“ verbiegen soll.

Sorry. Aber meine Gedanken gehen nun, obwohl gerade zum Weihnachtsfest, nicht in die Richtung, an die vielen hungernden Menschen zu denken. Wenn ich das in diesem Augenblick machen würde, müsste ich nur noch Zwieback, oder Knäcke zu mir nehmen und mein schlechtes Gewissen würde dabei aus einer Pfütze Wasser schlürfen.

Das ganze Jahr hört, sieht, liest und erfährt man wie schlecht der Mensch nicht nur mit seines gleichen , sondern auch mit anderen lebenden und unschuldigen Kreaturen umgeht. Das ganze Jahr wird  das Gehirn - so vorhanden – genötigt, darüber nachzudenken wie gut man es wirklich hat und es keinen Grund zum Jammern gibt.  Hinzu käme allerdings auch, dass ich vielleicht dadurch am Zusammenbruch ganzer „Fressindustriezweige“ mit Schuld tragen würde und wiederrum noch mehr Menschen am Hungertuch nagen müssten, als es jetzt schon der Fall ist. Das zum Thema Wohltätigkeit und zurück zum einzigen Fest im Jahr, wo ich wie gesagt gerade solche Gedanken auf dem Gästeparkplatz draussen parkieren lasse und zurück zu etwaigen Speisseplänen über die Weihnachtstage und deren Planungsvorbereitungen. Am besten ich versuche einmal mein Erinnerungsvermögen ins letzte Jahr zu bemühen und schaue ein paar Menschen über die Einkaufsschulter, in ihre Einkaufsrollcontainer. Wie war das also….?

Ende Oktober fingen schon einige grosse Einkaufscentren hier in der Gegend mit der Befüllung diverser Kalorienerzeuger in Schokoformation, für das anstehende Weihnachtsfest an. Es gab nicht nur Schokimänner in allen Grössen und Preislagen, sondern auch entsprechendes Beiwerk in Form von Lebkuchen und sonstigen Naschwerk. Vereinzelt, ja fast zögerlich leerten sich entsprechende Verpackungseinheiten und Regale in den Fresstempeln. Das wiederum rief die Abteilung „Sonderangebote“ auf die Matte und es wurden einige Artikel, obwohl erst Oktober, schon zu einer Art Weihnachtsschlussverkauf angeboten. Der Kunde quitierte dies natürlich mit einem gesteigertem Einkaufswillen, da es ja aussah als wenn es bald keine günstigen Artikel in der Art  mehr geben würde. Und wie durch Zauberhand waren die Regale auf einmal leer, um über Nacht von den fleissigen „Heinzelfrauchen“ wieder bis auf die letzte Quadratzentimeterecke befüllt zu werden. Wunder der freien und globalen Weihnachtsvorgesellschaft.

Mitte bis Ende November lief dann endlich nicht nur die ganze Maschinerie voll auf, sondern die letzten Verkaufsstände sprangen noch schnell auf den entsprechenden Zug der Konsumentenverunsicherer. Es gab keinen freien Platz, egal in welcher Stadt, wo es nicht nur nach Weihnachten plinkte und leuchtete, sondern es roch auch schon teilweise so. Von der musikalischen Untermalung in Form von Weihnachtsliedern der letzten 5.000 Jahre rede ich erst garnicht. Das kennt sicher jeder zur genüge selber von seinen Einkaufsspaziergängen.

Das war aber nur das sogenannte Vorspiel vor dem Höhepunkt. Also in diesem Fall meine ich den Weihnachtshöhepunkt. Denn genau zur Eröffnung des ersten Weihnachtsmarktes liesen die meisten Menschen ihr Hirn zu Hause. Zumindest im Kofferraum des parkenden Kleintransporters welcher auf die ganzen Überraschungstüten in einem Parkhaus sich einen abfror. Von anfänglicher Zurückhaltung, oder gar moralischer Bedenken war keine Spur mehr zu erleben.

Es wurde gekauft und geschlemmt, was die Kretitkarten zu und hergaben, oder einfach nur „Gekauftrauscht“. Jedenfalls so in der Art. Die entsprechenden Einkaufswägelchen füllten sich wie durch Geisterhand fast

von alleine mit allen nur erdenklichen und unerdenklichen Unmöglichkeiten.

 Freude man sich vor vielen Jahren noch über ein Prachtexemplar von glücklich frei gackernder  Ökogans des gleich um die Ecke lebenden Bauern, so durfte es nun auch einmal eine polnische „Mastgans“ mit Trüffeln und Apfelsinen schon im „Vorleben“ abgefüllt, sein.  Und da man sich ja sonst nichts gönnte, vielleicht noch aus der Vitaminabteilung frische Erdbeeren aus der „heiss“ umstrittenen Region am Ende des Mittelmeeres. Na gut. Das stand zwar nicht auf der Verpackung, aber zumindest Israel. Die Weintrauben gedeihten natürlich bei solchen Temperaturen in unseren Breiten um diese Jahreszeit auch nicht mehr, also schnell noch welche aus Südafrika mitgenommen. Ach nein. Lieber die aus Ägypten. Die haben meistens keine Kerne und sind süsser.

Auf alle Fälle kaufte der sonst so auf einheimische Produkte und Ware wert legende Normalbürger hiesiger Breitengrade ziemlich wählerisch und „global“ ein. Ja selbst die Kerzen, welche es im Sonderangebot ziemlich unverschähmt „günstig“ gerade gab, wurden trotz fehlender eidgenössischer Zertifizierung, für den Tannebaum in den Wagen gelegt. Konnte ich auch nachvollziehen.Schliesslich waren die aus dem asiatischem Grossraum um einiges günstiger als einheimische Ware der Art.

Also besagter Bürger lehnte sich - wie ich jetzt gerade - ziemlich weit bei seinen Vorbereitungen aus dem globalem Fenster , über seinen Einkaufswagen mit seiner ursprünglichen Kaufgewohnheit. Auch kein Wunder. Denn schliesslich ist es ja heute z.B. fast unmöglich Zahnstocher aus heimischer Produktion zu bekommen, weil  viel zu teurer, oder keine entsprechenden Bäume mehr zur Verfügung stehen. Zum Glück gibt es ja bei uns den Umweltschutz in der Hinsicht und in asiatischem Waldgebieten noch genug dafür.

 Und so wurde Schicht um Schicht nicht nur der Rollcontainer bestückt, sondern man führte am Ende eine  Einkaufsreise rund um die Welt durch die heimischen Einkaufsregale.

Und irgendwo in einer Fussgängerzone gruppierten sich ein paar „eingeschlichene“ Peruaner, um uns mit ihren Bambusflöten einen entsprechenden Weihnachtsmarsch zu blasen.

Das wichtigste hätte ich aber über meine gedankliche Reise ins letzte Jahr fast vergessen. Bei uns gibt es am 24. 12. ein handverlesenes Überraschungsmenü. Wahrscheinlich mache ich ein Kilo Blauflossenthunfisch auf Spargelbeet in weisser Weinsosse als Vorspeisse. Anschlieesend „befüllte“ Elefantenbulleneier im Risottonest mit Schildkrötenschwänzen garniert.  Sollte ich bis dato keinen Elefanten oder desen Eier auf die Schnelle auftreiben, müsste es auch ein mit Hackfleisch befüllter Giraffenhals machen.Wegen den Rest muss ich erst schauen, in welchem Land gerade Jagdsaison für Wildspezialitäten ist. Am 25.12. speissen wir eh ausser Haus und am 26.12. ist Resteessen in den Bergen angesagt.

Wer sich mir gerne mitteilen möchte, was es dieses Jahr ausser Linseneitopf und Würstchen noch bei ihm über die Feiertage geben sollte, kann mir ruhig einschlägige Menüvorschläge oder gar Rezepte senden. Ich bin für alle matschenden, aber schmackhaften Schandtaten dieses Jahr bereit. Was gibt es also bei euch?

Ach ja. Über etwaige Wiedrholungen, oder entsprechende Gleichnisse in diesem Jahr, kann ich nun wirklich nichts dafür. ;-)


In diesem Sinne noch eine wunderschöne, kulinarische Vorweihnachtszeit. 


Euer robe



Kommentare:

  1. Essisch Döner, mit alles, schön scharf, weissu. Macht voll fette Weihnachten-Feeling.
    Verdümmt ün üllü Üwügkeit

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  2. Eigentlich: 24.: Mittags Wiener und Kartoffelsalat, abends Linsensuppe, Bratwurst mit Sauerkraut und Kartoffeln, danach Obstsalat mit lecker beschwipsten Rosinen.
    Dieses Jahr: 24.: Mittags: nüscht und abends Wiener mit Kartoffelsalat (weil die ganze Bande bei uns ist und wir ja sparen müssen).

    25.: Gans bei Oma Malloy
    26:: Hirsch bei Oma Malloy
    27.: ??? bei Meiners Mama

    P.S.: Bei mir gibt's grad was zu gewinnen! :)

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  3. @V Ha. Der spanische Türke mit deutschsprachigen Ampitionen und leichtem "niederösterreischischen" Akzent geht natürlich undefinierbares Fleisch vom Spiess spachteln. Hab ich mir sowas ähnliches schon gedacht. Zum Nachtisch gibts noch ne Sonereinlage JD. Klar? ;-)

    Wo wirst du eigentlich nun wirklich sein?

    rolf

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  4. Hallo MAry.


    So so. Wiener zum Mittag. Passt aber auf, dass ihr nicht Ärger mit einer Tier, oder sonstigen Menschrechtsorg. bekommt. Der "Wiener" an sich, soll ja kurz vorm Aussterben sich gerade befinden. Wie wäre es mit einem Sachsen im Schlafrock, oder gar nen "bereiften" Polen. Sind vielleicht nicht gerade so "vollmundig" wie ein Wiener, aber immerhin was zwischen den Kiemen. ;-)
    Das mit dem 25. und 26. 12. ist schon klar und einfallslos. Zwei Tage bei der selben Person sich durchfuttern, ist doch langweilig. Wobei ne halbe von der ganzen Gans würde auch schon reichen. Also nehme ich nicht die Gans, sondern doch lieber die Halbe. ;-)

    Dann feiert mal schön. Und den Preis bitte wirklich bis zum 25. pünktlich senden. Am besten schon eher. Die Post hier ist auch nicht gerade die schnellste. ;-)


    robe

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  5. Also ich kann dein Entsetzen teilen, ich habe auch immer kopfschüttelnd die verfolgt, die so maßlos ihre Einkaufswagen füllen, aber am Ende will es immer keiner gewesen sein.

    Übrigens habe ich Weihnachten eigentlich noch nie zugenommen, ganz im Gegenteil, manchmal zeigte die Waage dnach sogar weniger an, weil wir kein Fressfest draus machen. Sicher essen wir auch gut, aber wir mäßigen uns durchaus.

    Bei uns gibt es übrigens rehrücken ohne Elefanten und Giraffenzutaten

    LG SHoushou

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  6. Naja der Klassiker landet bei mir am 24.auf den Tisch, auch wenn ich alleine bin. kartoffelsalat und Wiener. Am 25. gibts Fondue bei Freundcshaft und am 26. habe ich sicher noch Kartoffelsalt über.Hihi
    Naja Singles machen sich da nichts draus ;-)

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