Freitag, 23. April 2010

Der Vulkan und das Nutzungsrecht

Nutzungsrecht Wieder einmal verzieht sich eine Wolke am Horizont der menschlichen Unmut. Und wieder einmal geht es in erster Linie „nur“ um den entstanden Wirtschaftsschaden, der den entsprechend betroffenen Regionen und Wirtschaftszweigen daraus entsanden ist, oder „hätte“ entstehen können. Die Rede ist von Milliarden Beträgen. Politik und Wirtschaft streiten nun noch eine Weile miteinander, ob und wie man diesen Schaden hätte vermeiden können, was man bei einem ähnlichen Fall das nächste Mal besser machen könnte und wer nun eigentlich für die daraus entstandenen Schäden aufkommen soll. In der Zwischenzeit erholt sich entsprechender Gletscher-Vulkan auf Island und holt wahrscheinlich erst einmal wieder Luft. Es sei ihm gegönnt. Dabei kreisen meine Gedanken immer wieder über einen Punkt, lassen mir keine Ruhe. Es geht um das „Nutzungsrecht“. Natürlich meine ich hier den oder besser die entsprechende juristische Formulierung und deren Interpretation in der Praxis. Erst einmal gilt allgemein: „…Das Nutzungsrecht ist ein nicht notwendigerweise ausschließliches Recht, Sachen und Rechte zu nutzen. …“ Klingt erst einmal gut. Und weiter heisst es da auch noch:“… Das Nutzungsrecht an einer Sache wird durch schuldrechtliche oder dingliche Vereinbarung eingeräumt. Mögliche schuldrechtliche Vereinbarungen über Nutzungsrechte sind die Miete, Pacht oder Leihe. Dabei wird dem Nutzenden lediglich der Besitz eingeräumt, der Eigentümer wird aus seiner Stellung nicht verdrängt. Nach Ablauf der Vertragsdauer ist die Sache dann zurückzugeben. Ggf. sind die Nutzungen (§ 100 BGB) gemäß den Vorschriften des Eigentümer-Besitzer-Verhältnis nach § 985 BGB bzw. § 988 oder gemäß dem Bereicherungsrecht nach § 812 BGB herauszugeben …“ Gut. Es geht hierbei um zivilrechtliche Punkte. Was hat das alles mit dem Vulkanausbruch zu tun, wird sich nun der eine, oder die andere fragen. Zugegeben, fast nichts. Oder doch alles? Betrachte ich die Seite vom Nutzungsrecht uns Menschen der Natur gegenüber, sieht das für mich natürlich etwas anders aus. Wir scheinen wirklich zu vergessen, dass wir am Ende – und nun bitte nicht gleich entsprechende Handbewegung mit dem Finger an die Stirn vollziehen – ja nur als Gäste hier weilen. Dadurch geniessen wir zwar ein gewisses „Nutzungsrecht“, aber wirklich darauf bestehen, können wir auch nicht wie dieser „kleine“ Vulkanausbruch uns wieder einmal deutlich zeigte. Im Gegenteil. Es zeigt uns wie anfällig und teilweise hilflos wir Menschen wirklich gegenüber der Urgewalt der Natur da stehen und ihr oftmals ausgeliefert sind. Die andere Seite, um auch wieder einmal auf das „Nutzungsrecht“ zurück zu kommen, wie gehen wir eigentlich mit der uns zur Verfügung gestellten Rechtsmässigkeit gegenüber der Natur um? Die wenigsten Menschen machen sich wirklich Sorgen über den „grob fahrlässigen“Umgang uns Menschen mit der Natur. Am Ende soll es ja zum „Nutzen“ aller sein heisst es immer. Zum Nutzen aller werden die Meere sinnlos abgefischt, die Umwelt verseucht und zahllose Tierarten zum Aussterben verurteilt. Und wenn eine dieser „Nutzbarmachungen“ in die Hose geht, werden schnell entsprechende Schuldige gesucht und auch gefunden. Aber leider ist es immer anschleissend zu spät, um den entstanden Schaden an der Natur wieder rückgängig zu gestalten. Ein Freund der „Familie“ interpretierte diesen Vulkanausbruch mit einer Art von „Regulierung der Natur“. Eine Art Summierung von verschiedenen Einflüssen, dessen Endresultat z.B. dieser Vulkanausbruch ist. Meine anfängliche Skepsis über solche Art von Theorien gegenüber war echt gross. Nur bei genauerer Betrachtung, muss ich ihm Recht geben. Egal ob es sich nun bei diesem Vulkanausbruch um eine naturelle Notwendigkeit des Druckausgleiches in der Erdkruste handelte, oder vielleicht sogar von uns verursachte Umwelteinflüsse daran schuld sein könnten, sollten wir nie vergessen, dass wir nur eine Art „Nutzungsrecht“ auf diesem Planeten haben. Überbeanspruchen wir dieses Recht immer weiter, könnte uns irgend wann einmal vielleicht dieser „kleine“ Isländische Vulkanausbruch wie ein Spaziergang im Frühling erscheinen. Und ob dann noch die Zeit bleibt, um entsprechende Schuldfragen und Ansprüche zu stellen? Die Lehre auch aus diesem kleinen Ereignis mit grossem wirtschaftlichen Nebeneffekt sollte heissen:“ geht mit dem Nutzungsrecht, welches die Natur uns Menschen hier einräumte, sorgsamer um.“ In diesem Sinne bis zum nächsten Vulkan oder Tsunami. r.g.belle

Kommentare:

  1. Hallo Rolf,

    vielleicht haben ja durch den Ausbruch wieder ein paar Menschen dazu gelernt, was so eine Naturkatastrophe alles lahm legen kann und sie denken jetzt etwas mehr nach.

    Danke für deinen Beitrag.
    LG Laila

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  2. Es ist immer wieder interessant, Deinen verschlungenen Gedankenpfaden zu folgen. Du hast wieder einmal vollkommen Recht.
    Die Frage ist, ob es ein Segen oder ein Fluch ist, dass die Menschheit so viele Möglichkeiten er- und gefunden hat, die Natur zu nutzen und auszubeuten. Es gibt kein Zurück. Wenn ich die Milliarden Asiaten sehe, die seit einigen Jahren ihren Anteil am "großen Kuchen" haben möchten, wird es mir ganz schlecht. Es ist verständlich und man sollte es ihnen gönnen, aber die Erde kann so etwas auf längere Dauer nicht verkraften.
    Nette Grüße! Xammi

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  3. Liebe Xammi. Die Beantwortung deines Kommentatres an sich, wurde leider eine "Abhandlung". ;-) deswegen habe ich einen eigenen Artikel daraus gemacht. ;-)

    LG und schönes Wochenende, wünscht dir rolf.

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  4. Liebe Laila.

    Auch wenn wir glauben alles, oder vieles schon zu wissen, oder zumindest zu verstehen, wissen wir am Ende eigentlich gar nichts. Wir stehen nur immer wie kleine staunende Kinder vor dem Resultat unseres "Lebensspieles". Wir verstehen dann oft mals nicht, wieso es so ist und nicht so wie wir es uns vor stellen, oder gerne hätten. Wir reagieren dann meistens wirklich wie kleine Kinder, suchen die Schuld bei entsprechenden anderen. Ausreden helfen dabei ja immer.
    Vielleicht haben wierder einige etwas dazu, oder daraus gelernt. Vielleicht aber auch nicht. deswegen geht es ja immer weiter und wird auch wieder schnell in Vergessenheit geraden. Bis zum nächstern Mal. Eine passende "Lösung" habe ich für all die Porblematiken ja selber auch nicht auf Lager. Ich bin ja selber am Suchen und überlegen. Aber vielleicht ist dieser "kleine" denkanstoss ja schon ein positiver Anfang? Und vielleicht kann ich ja sogar durch meine "gezügelte" und etwas mehr "bedachte" Lebensweise doch schon mit dazu beitragen? ;-)


    Auch dir wünsche ich noch einen angenehmen Start ins neue Wochenende.


    LG rolf

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  5. Hallo Rolf,

    ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende. Wetter soll bei uns ja nicht so gut werden, aber wir machen das Beste draus.
    Ganz liebe Grüße du großer Schreiber

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  6. Hallo Laila. Euch auch natürlich einen entsprechenden Start in den Wonnemonat MAi. ;-)
    Wenn es regnet, kann man es sich doch auch zur Not zu HAuse gemütlich machen. Oder etwa nicht? ;-)


    LG rolf

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